Vogelgrippe
Geflügelpest
Die Geflügelpest ist eine besonders schwere Form der Vogelgrippe (Aviäre Influenza), die von Viren übertragen wird und vor allem Hühner und Puten befällt. Sie verläuft für 80 bis 100 Prozent der erkrankten Tiere tödlich. Auch Wildvögel, Fasane und Perlhühner können betroffen sein.
Übertragen wird die Seuche von Tier zu Tier, über den Kot oder Betreuungspersonen sowie durch die Luft. Die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt meist drei bis 14 Tage. Für einen akuten Fall sind die Anzeichen in Abhängigkeit von der Verlaufsform unterschiedlich.
Meist treten hohes Fieber, Atemwegsprobleme, Schwarzfärbung von Kamm und Kehllappen, Mattigkeit, Fressunlust, verminderte Legeleistung und Durchfall auf. Die Tiere können aber auch ohne vorherige Anzeichen plötzlich tot umfallen oder ersticken.
Für Menschen war der Erreger bisher im allgemeinen kaum gefährlich, jedoch kann bei engem Kontakt mit Geflügel das Virus auf den Menschen überspringen; Todesfälle sind gemeldet worden. Das Virus kann auch auf andere Säugetierarten (Marder, Katzen) überspringen.
Vom derzeit grassierenden Vogelgrippevirus H5N1 ist gegenwärtig nur eine einzige gefährliche Variante bekannt, die häufig H5N1/Asia genannt wird. Diese Bezeichnung verweist auf die Herkunft des Erregers, der seinen aktuellen Seuchenzug 2003 in Asien begann. Neben dieser hochpathogenen (stark krankmachenden) Variante gibt es auch niedrigpathogene H5N1-Viren, die jedoch im momentanen Seuchengeschehen keine Rolle spielen.
In Deutschland ist nach Auskunft des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) bislang keine andere H5N1-Variante nachgewiesen worden als die hochpathogene aus Asien. Deshalb untersucht das Institut die genaue Virusvariante inzwischen auch nur noch bei neuen Fundorten oder bislang nicht betroffenen Vogelarten. Mit genetischen Analysen können Wissenschaftler dann sogar detailliert zurückverfolgen, woher ein Virus stammt. So ist der in Deutschland verbreitete Vogelgrippe- Erreger eng mit jenem Virus verwandt, das im Frühjahr 2005 am chinesischen Qinghai-See zu einem Massensterben von Wildvögeln geführt hatte.
Niedrigpathogene H5N1-Viren wurden nach FLI-Angaben bei Wildvögeln unter anderem 2004 in Frankreich und 2005 in Norditalien gefunden. Diese Viren waren nicht mit der Asia-Variante verwandt. Niedrigpathogene Viren sind in der Regel weder ein Problem für Wildvögel noch für Nutzgeflügel. Aus ihnen kann aber durch spontane Mutation eine hochpathogene Variante entstehen. So ist vermutlich auch das zurzeit grassierende H5N1/Asia-Virus entstanden.

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22.08.2005 / dpa / mp
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