Milben auf Bienenlarve
Die Milbe Varroa destructor befällt Arbeiterinnen, Drohnen und die Bienenbrut
Varroa destructor
Eine Milbe parasitiert in den Bienenzellen
Die Milbe Varroa destructor ist an das Leben im Bienenvolk sehr gut angepasst. Sie befällt Arbeiterinnen und Drohnen sowie deren Brut.
Bei starker Invasion geht sie auch auf Königinnen und ihre Larven über. Erwachsene Bienen werden von der Milbe nur vorübergehend aufgesucht; vorwiegend parasitiert sie in den gedeckelten Bienenzellen auf der Brut.

Bei erwachsenen Bienen schiebt sich der Parasit zumeist zwischen die Bauch- oder Rückenschuppen, wo er durch seine Haftorgane und Behaarung sehr fest sitzt und von dem Wirt nicht abgestreift werden kann. Varroa destructor hält sich auch zwischen den einzelnen Körperabschnitten (Kopf-Brustteil-Hinterleib) der Biene auf. Die meisten Parasiten sind auf Ammenbienen zu finden, im Allgemeinen aber sind Stockbienen und -drohnen deutlich stärker befallen als Flugbienen und -drohnen.

Die Milbe durchbohrt mit Hilfe der Mundwerkzeuge (Gnathosoma) die Körperdecke ihres Wirtes und saugt wiederholt, in kleinen Portionen, Hämolymphe (Blut) der Bienen oder Bienenbrut, ohne jedoch dabei anzuschwellen. Hungrige Milbenweibchen können in einem Zeitraum von zwei Stunden etwa 0,1 Milligramm Hämolymphe aufnehmen.

Entwicklungszyklen von Biene und Milbe verknüpft
Ohne Bienenbrutzellen kann keine Vermehrung der Parasiten stattfinden; folglich ist die Vermehrungsphase der Milbe zeitlich an die Brutphase der Bienen gekoppelt. Legt die Bienenkönigin Eier (in Mitteleuropa etwa von Februar bis September), kann das Milbenweibchen zur Eilage in die Bienenzelle mit einer Larve entsprechenden Alters einwandern. Dabei werden Drohnenmaden etwa 8,6 Mal häufiger befallen als die Arbeiterinnenbrut.

Zu Saisonbeginn ist die Anzahl der Milben im Volk relativ gering. Mit Aufnahme der Bruttätigkeit der Bienen (Februar) nimmt die Zahl der Milben schnell zu. Im Mai/Juni, dem Höhepunkt der Volksentwicklung und der Erbrütung von Drohnen, steigt die Milbenzahl im Volk stark an; das Maximum ist im Spätsommer erreicht.

Gegen Herbst reduziert die Bienenkönigin die Eiablage stark, so dass die Milben nur noch wenige Brutzellen vorfinden. In diesen Zellen konzentrieren sich die eiablagebereiten Milbenweibchen. Bei Beendigung des Brutgeschäftes ist die Milbe nur noch auf den erwachsenen Bienen anzutreffen. V. destructor-Weibchen überdauern auf diese Weise den Winter, um im Frühjahr von neuem in die Brutzellen ihres Wirtes zur Vermehrung einzudringen.

Wirklich schwerwiegende Konsequenzen hätte der Ausfall der Honigbiene als Bestäuberin von 80 Prozent der Nutz- und Wildpflanzen: Verschiebungen im Ökologischen Gleichgewicht würden nicht nur zu einer Verarmung der Flora, sondern auch der Fauna führen. Letztlich wäre unsere Umwelt starken Veränderungen unterworfen.

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