Termiten
Die verrufenen Tiere sind geniale Baumester
Bis zu drei Millionen Termiten leben in einem ihrer Hügel, erbaut aus Ton und Kot. Dieses Material ist widerstandsfähig wie Beton; die bizarren Kegel bieten der sengenden Mittagssonne minimale Angriffsfläche. Das Labyrinth aus Zellen und Gängen ist perfekt durchlüftet, überall herrscht eine gleichbleibende Temperatur. Die Königinnen sind wahre Gebärmaschinen - alle acht bis zehn Sekunden legen sie ein Ei und werden bis zu 14 Zentimeter lang.
Eigentlich völlig lebensuntüchtig, werden sie von den Arbeitern gefüttert und den Soldaten bewacht. Zum Hochzeitsflug wachsen den Geschlechttieren unter den Termiten Flügel. Mit der Geschlechtsreife verlassen sie den Bau und fliegen aus.
Hunderttausende sind während der Paarungszeit unterwegs. Nach der Paarung suchen sie sich eine geeignete Erdhöhle und gründen als Königin einen neuen Staat mit jeweils Millionen von Staatsdienern. Es gibt so gut wie nichts, was sie aufhalten könnte. Auf der Suche nach Futter legten Termiten schon die Steuerung der Schleusen des Panamakanals lahm. Sie gelten deshalb überall auf der Welt als Schädlinge. die es zu bekämpfen gilt. Bis heute ist es der Forschung noch nicht gelungen, das ultimative Gegenmittel zu finden. Eindringlinge in den Termitenstaat werden - mit dem Risiko hoher Verluste - kompromisslos angegriffen.
Doch Termiten sind auch nützlich: Wegen ihrer Grabarbeit werden sie die "Regenwürmer Afrikas" genannt. Ein Termitenhügel auf dem Grundstück gilt als wertvoller Besitz. Oft wird der Termitenstaat mit dem menschlichen Gehirn verglichen. Die Millionen von Einzeltieren wären die Nervenzellen, die Duftstoffe, mit denen die Termiten kommunizieren, die Neurotransmittern, die Botenstoffe des Gehirns.
Teil der Forschung ist es herauszufinden, welche Hölzer die verschiedenen Arten bevorzugen. Wie alle Insekten sind Termiten nicht in der Lage, die Bestandteile des Holzes aufzuspalten und zu verdauen. Sie haben dafür einen speziellen Darm ausgebildet, sind aber schlechte Futterverwerter - einer der Gründe, warum sie so enorme Mengen Holz vertilgen müssen.

"Unter Termiten"

Das große Buch der Insekten

Forscher wollen Termiten künftig Schaben unterordnen
Bakterien aus Termiten verwandeln Holz in Treibstoff
Termiten: kleine Gehirne mit ganz großer Leistung
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Termiten erkennen reichhaltige Futterquellen am Klang
"Diese dummen Viecher krabbeln mir ständig weg!"

01.06.2008 / mp
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