Dominik Stehr © dpa Lupe
Der Dresdener Physiker Dominik Stehr auf den Spuren der Terahertzstrahlung
Terahertzstrahlung
Hochfrequente elektromagnetische Wellen
Terahertzstrahlung stammt aus einer Nische des elektromagnetischen Spektrums zwischen Wärmestrahlung (Infrarot) und Mikrowellen.
Gemäß ihres Namens schwingen Terahertz-Wellen einige Billionen Mal pro Sekunde. Sie durchdringen problemlos Stoff und viele Verpackungsmaterialien wie Pappe, Holz und viele Kunststoffe. Anders als Röntgen- oder UV-Strahlungsind die "T-Strahlen" jedoch energiearm und nicht ionisierend. Sie können also die chemische Struktur des durchleuchteten Stoffs nicht verändern und gelten daher als biologisch ungefährlich.

Außer für Sicherheitskontrollen am Flughafen eignen sich die "T-Strahlen" für vielfältige Anwendungen. So lassen sich etwa Medikamente durch die Schachtel hindurch prüfen, faule Tomaten und andere verdorbene Lebensmittel durch die Verpackung erkennen und verborgene Karies im Zahn aufspüren. Auch verbrannte Haut sieht im Licht der "T-Strahlen" anders aus als gesunde, Hautkrebs verrät sich durch die oberen Hautschichten hindurch. Weit dringen die Terahertz-Wellen allerdings nicht in die Haut ein, denn Wasser schluckt die Strahlung wie Metall nahezu vollständig. Für die meisten medizinischen Untersuchungen kommen "T-Strahlen" daher nicht in Frage.

Zahlreiche Stoffe, darunter viele der großen Biomoleküle, haben im Terahertz-Bereich einen charakteristischen spektroskopischen "Fingerabdruck", der es etwa ermöglicht, bestimmte Sprengstoffe zu erkennen und die Reinheit chemischer Substanzen zu analysieren. Trotz ihrer vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten führten die "T-Strahlen" lange Zeit ein Schattendasein, weil sie schwer zu erzeugen sind. Erst in den vergangenen Jahren sind einige bezahlbare und praktikable Quellen und Nachweisgeräte auf den Markt gekommen.

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