Google Maps © dpa Lupe
Ende 2010 sollen Internetnutzer virtuell durch deutsche Städte gehen können
"Google Street View"
Gesichter von Passanten sind verpixelt dargestellt
"Street View" soll einen Blick auf ganze Straßenzüge erlauben. Die Funktion ergänzt den Kartendienst "Google Maps".
Dort können Nutzer klassische Karten und Satellitenaufnahmen abrufen. Die Panorama-Aufnahmen für "Street View" sind sehr detailliert - Google spricht von der "letzten Zoom-Ebene".

Gezeigt wird im Prinzip alles, was auch auch im echten Leben zu sehen ist. Gesichter von Passanten und Kennzeichen von Autos macht das Unternehmen aus Kalifornien aber mit einer Software unkenntlich. Wer nicht will, dass sein Wohnhaus im Netz zu finden ist, kann auch die Fassade des Gebäude verwischen lassen. Trotz dieser Datenschutz-Zusagen haben die Nahaufnahmen vor allem in Deutschland zu Protesten geführt. Für die Fotos ließ Google Autos mit Spezialkameras die Straßen abfahren. Die Geräte waren auf einem Stativ in 2,50 Meter Höhe installiert. Die einzelnen Bilder fügte das Unternehmen anschließend zu einem Panorama zusammen.

Der Dienst deckt in einigen Ländern nahezu das komplette Land ab, etwa in den USA. In Europa gibt es Straßenansichten unter anderem von Spanien, Frankreich, Italien, Großbritannien und Dänemark.

In diesen Ländern können Nutzer den Dienst schon ausprobieren. Dafür müssen sie den Kartendienst "Google Maps" aufrufen und einen Ort suchen - beispielsweise Madrid. Auf der linken Seite der Karte ist eine Zoom-Leiste mit einem gelben Männchen zu sehen. Zieht man dieses auf die Karte, schaltet die Software auf die Straßensicht um.

Mai 2007 Google startet Street View als Ergänzung seines Kartenangebots Maps zunächst nur in den USA - dort sind die Regelungen zum Datenschutz viel lockerer als in Deutschland.
Juni 2008 Erste Gespräch zwischen Google und dem Hamburgischen Datenschutzbeauftragten über Street View für Deutschland.
Juli 2008 Mit Strecken der Tour de France kommen erstmals Street-View-Bilder aus Europa ins Internet. Im Herbst umfasst der Dienst dann mehrere Städte aus Frankreich, Italien und Spanien.
August 2008 Erste Street-View-Kamerawagen fahren durch Deutschland.
April 2009 Google und der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar vereinbaren, dass Mieter und Hausbesitzer vorab beantragen können, ihre Häuser bei Street View unkenntlich zu machen.
Februar 2010 Der politische Streit in Deutschland eskaliert. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) wirft Google eine "millionenfache Verletzung der Privatsphäre" vor.
März 2010 Google macht Werbung für Street View und stellt auf der Cebit in Hannover drei Kamerawagen aus.
Mai 2010 Auf Anfrage des Hamburgischen Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar kommt heraus, dass die Street-View-Kamerawagen bei ihren Fahrten auch "Bruchstücke" von Informationen aus unverschlüsselten W-Lan-Netzen gespeichert haben. Google spricht von einem technischen Versehen. Die Daten seien nicht ausgewertet worden.
August 2010 Google kündigt den Start des Dienstes für die 20 größten Städte bis Jahresende an. Der Widerspruch gegen die Abbildung eines Wohnhauses in Street kann auch online eingereicht werden. Diesen Weg wählen zwei Drittel der Antragsteller.
Oktober 2010 Google gibt bekannt, dass in den 20 deutschen Städten vorab gut 244 000 Haushalte verlangt haben, ihre Wohnhäuser auf den Street-View-Bildern unkenntlich zu machen.
November 2010 Google gibt einen Vorgeschmack auf Street View mit Bildern von Sehenswürdigkeiten aus fünf Städten und der Gemeinde Oberstaufen im Allgäu. Dabei fällt auf, dass einige Gebäude nicht ordentlich unkenntlich gemacht wurden. Am 17. November startet der Dienst schließlich für die 20 großen Städte.

Infografik
LupeIn diesen 20 deutschen Städten soll "Sreet View" Ende 2010 starten.
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