Mitochondrien
"Kraftwerke" der Zelle
Mitochondrien sind die "Kraftwerke der Zellen" und haben eine eigene DNA, die über die Mutter weitergegeben werden und sich über die Generationen kaum verändert.
Man geht mittlerweile davon aus, dass die von Konstantin Sergejevič Merežkovskij entwickelte und von Lynn Margulis weiter entwickelte Endosymbiontentheorie (in der "kleinen Variante" mit Chloroplasten und Zellkern, aber ohne Geißel-Vorläufer) zutrifft: Nach dieser haben die Urzellen kleine Prokaryonten aufgenommen, unvollständig verdaut und sie so zu Zellorganellen gemacht. Daher kommt es auch, dass Mitochondrien wie auch Plastiden ein eigenes Genom haben, das dem der Prokaryonten genetisch sehr ähnlich ist. Allerdings sind zahlreiche Gene mittlerweile aus dem Chondriom, der Gesamtheit der Mitochondrien-Gene in das Kerngenom (Nucleom) übergegangen.
Das eigene Genom der Mitochondrien sorgt dafür, dass es Erscheinungsbilder gibt ("petit"-Mutanten der Hefe), die sich ausschließlich über die "weibliche" Linie vererben. Auf den Mitochondrien beruht auch die "Eva"-Hypothese über die "Urmutter" der Menschheit, die vor ca. 200.000 Jahren in Afrika gelebt haben soll. Allerdings gilt das nur für das Chondriom, deren Linien in männlichen Nachkommen "aussterben" - für den Großteil des Genoms tragen auch Söhne bei. "Eva" ist also nur die Urmutter aller Mitochondrien der Menschheit.
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19.12.2005 / mp
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