Glossar
Bauteil für Bauteil ist die Internationale Raumstation seit 1998 entstanden
ISS - Die Erde im All
Ein Jahrhunderprojekt von einer Raumstation
Die Internationale Weltraumstation (ISS) ist laut Nasa "das komplexeste wissenschaftliche und technische Unternehmen aller Zeiten".
Seit 1998 wurde sie Schritt für Schritt zusammengesetzt. Am 20. November 1998 wurde mit einer russischen Rakete das erste Modul ins All gebracht. Das 20 Tonnen schwere und mehr als zwölf Meter lange Modul "Sarja" (Morgenröte) diente als erste Antriebs- und Versorgungseinheit. "Sarja" wurde im Auftrag der Nasa in Russland gebaut, auch das Geld dazu kam aus den USA, weshalb es die Nasa auch als US-Modul führt.
Nur wenige Woche nachdem "Sarja" im All war, brachte die US-Raumfähre "Endeavour" dann den ersten Verbindungsknoten (Node 1) in die Erdumlaufbahn, das Modul "Unity". "Sarja" sorgte aber weiterhin für die Kontrolle der Position der kleinen Raumstation, für die Kommunikation mit der Erde und die Energieversorgung. Als drittes Modul kam die zentrale Serviceeinheit "Swesda" im Juli 2000 ins All, die viele Funktionen von "Sarja" übernahm und der erste Wohnraum für die Astronauten war. "Sarja" wird inzwischen vor allem als Lagerraum und externer Tank genutzt. Das Modul verfügt über zwei Andockstationen, an denen bemannte russische
Sojus-Kapseln
und unbemannte Transporter vom Typ Progress anlegen können.
Im September 2000 kamen erstmals zwei Besatzungsmitglieder in die ISS. Seit November 2000 ist die Station permanent von zwei oder drei Astronauten beziehungsweise Kosmonauten besetzt. Aufgehalten wurde der Ausbau immer wieder durch russische Finanzprobleme und durch die Katastrophe mit der Raumfähre "Columbia", die 2003 in der Erdatmosphäre verglühte. Danach gab es zunächst einige Jahre gar keine Shuttle-Flüge mehr zum Ausbau der ISS.
Bis Ende 2011 soll der Ausbau beendet sein. Ausgebaut wird die Station etwa so viel Raum haben wie anderthalb Jumbojets, mehr als 400 Tonnen wiegen und etwa so lang wie ein Fußballfeld sein. Auf der ISS in permanenter Schwerelosigkeit sind biologische, chemische und physikalische Experimente möglich, die auf der Erde nicht gelingen. Geforscht wird etwa an Krebsmedikamenten, aber auch an Studien zum Klimawandel oder Veränderungen in der Atmosphäre. Die Nasa erhofft sich außerdem mit Blick auf künftige bemannte Missionen ins Sonnensystem Aufschlüsse über die Herausforderungen dauerhafter Aufenthalte im All.
Die ISS soll nach 2020 im Ozean versenkt werden. "Sie im All zu lassen, ist zu kompliziert, das Objekt ist zu schwer", sagte der Vizechef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Vitali Dawydow, am 27. Juli 2011. Bisher sei mit den Partnerländern vereinbart, den "Außenposten der Menschheit" noch mindestens neun Jahre zu betreiben. Die Nutzung der ISS hatte ursprünglich nur 15 Jahre bis 2013 dauern sollen. Im Anschluss solle eine neue Station gebaut werden, von der aus Raumschiffe zum Mond oder anderen Orten im All starten sollten, hieß es in einem von Roskosmos veröffentlichten Interview Dawydows.
Am Bau und Betrieb der ISS sind 16 Nationen beteiligt, darunter Deutschland. Anfang 2008 dockte das von den Europäern finanzierte Weltraumlabor "Columbus" an der ISS an. Das 13 Tonnen schwere Forschungsabteil war federführend in Bremen gebaut worden. Die ISS ist seit 2000 ständig bewohnt, anfangs gab es drei Crew-Mitglieder. Im Juli 2009 waren für einige Zeit sogar 13 Astronauten an Bord.
Glossar
"Columbus" - Europäisches Weltraumlabor für die Internationale Raumstation
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"'Über den Wolken' seit zehn Jahren" - Dossier des SWR zur ISS
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