Insulin
Kleines Hormon mit großer Wirkung
Die Hormone Insulin, Glukagon und Somatostatin regulieren gemeinsam den Stoffwechsel der Kohlenhydrate. Sie werden in der Bauchspeicheldrüse gebildet. Nur das Insulin kann den Blutzucker-Spiegel senken und spielt darum bei der Diabetes die entscheidende Rolle.
Insulin ist ein Protein, das sich aus zwei Ketten (21 und 30 Aminosäuren) zusammen setzt. In den B-Zellen der Langerans-Inseln wird zunächst das Proinsulin gebildet. Diese Vorstufe besitzt noch eine dritte Kette, die für den richtigen Aufbau des Insulins und die Bildung der Schwefelbrücken innerhalb des Moleküls sorgt. Es wird anschließend abgespalten. Über die Menge dieses C-Peptids im Blut kann man die Aktivität der Bauchspeicheldrüse gut bestimmen. Die normale Insulin-Produktion liegt bei ungefähr zwei Gramm pro Tag.
Die Hälfte des Insulins wird in der Leber verbraucht, da sie einen Teil des Zuckers Glukose speichert. Insulin hat die Funktion, die Aufnahme von Glukose in die Zellen zu beschleunigen - somit senkt Insulin den Blutzuckerspiegel.
Der wichtigste Gegenspieler für das Insulin ist das Glukagon, ein Hormon, das in den A-Zellen der Langerhans-Inseln in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Es sorgt für den Abbau des Glykogen (Speicherform der Glukose) in der Leber, so dass sich der Blutzucker-Spiegel erhöht.
Auch das so genannte Stresshormon Adrenalin wirkt auf den Kohlenhydrat-Stoffwechsel: Es wird im Nebennierenmark gebildet und fördert die Umwandlung von Glykogen in Glukose - die Vorräte werden abgebaut. Ebenso wirkt das Cortison antagonistisch zum Insulin: Es wirkt analog zum Adrenalin, ist dabei aber wesentlich langsamer.
Als Humaninsulin wird die synthetische Nachbildung des körpereigenen, natürlichen Hormons Insulin bezeichnet. Insulinanaloga sind Abwandlungen des Hormons Insulin, die wie Humaninsulin den Blutzuckerspiegel senken. In Deutschland sind sie nach Angaben des Gemeinsamen Bundesausschusses von Ärzten und Kassen seit etwa zehn Jahren auf dem Markt. Insulinanaloga sind in der Struktur dem Insulin ähnlich aufgebaute Hormone und können um ein Vielfaches teurer sein als Humaninsulin. Schätzungen zufolge wurden 2004 etwa 200.000 Diabetes-Typ-2-Patienten in Deutschland damit behandelt.

Künstliches Insulin unterscheidet sich nur in wenigen Aminosäuren vom menschlichen, weshalb es lange Zeit nicht möglich war, es bei Sportlern als Dopingmittel nachzuweisen. Ein von Kölner Forschern entwickelter Test macht sich jedoch genau diesen Unterschied zunutze: Er zerlegt das Insulinmolekül und kann mit einem Massenspektrometer zeigen, ob künstliches oder natürliches Insulin vorliegt.

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19.07.2006 / mp
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