Gewitter in Brandenburg © dpa Lupe
Die Menschheit hat lange gebraucht, das Mysterium Gewitter zu entschlüsseln
Gewitter und Unwetter
Vom Zorn der Götter zum physikalischen Phänomen
Gewitter entstehen oft in Wolken mit einer großen vertikalen Ausdehung: Sie gleichen die hohen Spannungen zwischen elektrischen Feldern aus.
Diese liegen entweder in der Atmosphäre oder zwischen Atmosphäre und Erdoberfläche. Die typische Gewitterwolke - Cumulonimbus - türmt sich von etwa 800 Meter über Grund in bis zu zwölf Kilometer Höhe und mehr und ist an der bedrohlich schwarz-blauen Farbe zu erkennen. Gewitter können auch durch Hebung an Gebirgen oder dynamische Hebung entstehen.

Der Elektrizierungsprozess wird durch die Sonneneinstrahlung ausgelöst, im Herbst und Winter auch durch eine relativ warme Wasseroberfläche. Wassertropfen gefrieren von außen nach innen. Dabei ist die äußere Schicht, die Eiskruste, positiv, der innere, flüssige Teil, negativ geladen. Beim Zusammenstoß werden positiv geladene Eisteilchen abgerissen und mit den Aufwinden nach oben transportiert. Der größere, negativ geladene Rest bleibt in niedrigeren Höhen.

Platzen Wassertropfen, dann sind die größeren Teile negativ, die kleineren Teile positiv geladen. Aufwinde mit Geschwindigkeiten bis zu 250 Kilometer pro Stunde lassen die Wassertröpfchen und Eisteilchen zusammenstoßen und dauernd den Aggregatszustand wechseln zwischen gasförmig, flüssig und fest.

Schwere Wärmegewitter im Sonner sind nicht selten
Schwere Wärmegewitter mit böigem Wind und Starkregen sind im Juli und August keine Seltenheit. Ursache für diese meist örtlich begrenzten Sommergewitter ist feuchte Luft am Boden, die durch die Sonne erhitzt wird, nach oben steigt und in oft mehr als zehn Kilometern Höhe eine Gewitterwolke bildet. Entladen sich die dort entstandenen elektrischen Spannungen mit Blitz und Donner, wird es oft innerhalb kurzer Zeit sehr windig, einzelne Böen können Sturmstärke erreichen. Bei Wolkenbrüchen fallen lokal bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter, auch Hagelschauer können vorkommen.

Je größer die Hitze am Boden ist, umso heftiger sind in der Regel die Sommergewitter. Innerhalb weniger Stunden kann die Temperatur dann örtlich um bis zu 15 Grad fallen. Eine dauerhafte Abkühlung bringen Wärmegewitter aber nicht.

Glossar
Blitz und Donner
Ein Blitz ist ein gigantischer Funkenüberschlag zwischen Wolken mit entgegengesetzter Ladung oder zwischen Wolken und der Erde.
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