Forscher arbeitet an Pflanzen Video
Seit 40 Jahren verändern Wissenschaftler die Gene von Pflanzen
Grüne Gentechnik - alte Gene in neuen Pflanzen
Vor allem Ernährungspflanzen stehen im Fokus
Bisher wird die "Grüne Gentechnik" weltvort vor allem bei der Produktion von Soja, Mais, Raps, Baumwolle, Tomaten und Kartoffeln eingesetzt.
Die ersten veränderten Pflanzen wurden 1996 in den USA gepflanzt. In Deutschland baut ein Landwirt in Mecklenburg-Vorpommern die gentechnisch veränderte Kartoffel Amflora an. Die EU hatte im März 2010 ihren Anbau für industrielle Anwendungen und als Futtermittel zugelassen.

Die Technik beruht darauf, auch artfremde Gene einzuführen, um den Nutzpflanzen neue Eigenschaften zu geben. So kann ein Fischgen Tomaten gegen Frost resistent machen, Hühnergene sollen Kartoffeln widerstandsfähiger machen. Forscher können mit Grüner Gentechnik Gene von Bakterien, Pilzen und Viren nutzen, die sich natürlicherweise kaum in Nutzpflanzen einbringen lassen. Ziel ist es, Pflanzen resistent zu machen gegenüber Insekten, Pilzen, Bakterien oder Viren. Befürworter erhoffen sich, dass die Nahrung besser wird, indem beispielsweise der Proteingehalt erhöht wird.

Bakteriengen verdirbt dem Maiszünsler den Appetit
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Veränderte Pflanzen mit neuen Eigenschaften
Der essbare Bt11-Zuckermais produziert sein eigenes Insektenvernichtungsmittel. Durch ein eingeschleustes Gen des Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis (Bt) stellt die Pflanze ein Eiweiß her, das für die gefräßige Raupe des Maiszünslers unverträglich ist. Nach Auffassung des Bundesinstituts für Risikobewertung in Berlin kann davon ausgegangen werden, dass der Bt11-Mais gesundheitlich genauso unbedenklich ist wie konventioneller Zuckermais.

Greenpeace wendet jedoch ein, dass noch nicht alle möglichen Gefahren absehbar seien. "Man weiß nicht, ob sich giftige Stoffe in der genmanipulierten Pflanze gebildet haben", sagte Gentechnik-Expertin Ulrike Brendel von Greenpeace. Zudem befürchtet Greenpeace, dass beim Anbau von Bt-Mais in den USA auch andere Insekten geschädigt werden könnten. Auch könne der Maiszünsler durch den breiten Anbau der Pflanze resistent gegen das Bt-Gift werden. Dies lasse sich dann nicht mehr wie bislang in akuten Fällen von herkömmlichen Landwirten gegen den Maiszünsler einsetzen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung verweist dagegen auf die umfassenden Untersuchungen: "Die Pflanzen wurden im Hinblick auf toxische und allergene Wirkungen und auf unbeabsichtigte Veränderungen der Inhaltsstoffe untersucht", erläuterte eine Gentechnikexpertin des Instituts und verwies darauf: "Es kann natürlich auch unbeabsichtigte Effekte bei der konventionellen Züchtung geben."

In sechs Ländern werden 99 Prozent angebaut
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Wenige Länder mit viel Veränderung
In sechs Ländern der Erde werden 99 Prozent aller Pflanzen angebaut, die genetisch verändert wurden. Neben den USA mit 64 Prozent und Argentinien mit 21 Prozent der Anbaufläche sind dies der Fläche nach Kanada, Brasilien, China und Südafrika. Besonders Schwellenländer nutzen in letzter Zeit verstärkt gentechnisch veränderte Pflanzen, um ihre landwirtschaftliche Entwicklung zu beschleunigen. Den größten Anteil an den gentechnisch veränderten Pflanzen hat Soja mit einer Fläche von 41,4 Millionen Hektar, gefolgt von Mais mit 15,5 Millionen Hektar. Den dritten Platz nimmt Raps ein, der auf 3,6 Millionen Hektar angepflanzt wird.

Menschen passen bereits seit 10.000 Jahren Pflanzen an ihre Bedürfnisse an. So ist der moderne Weizen vermutlich aus mindestens drei, vielleicht vier verschiedenen Grassorten entstanden, die ihre unverträglichen Chromosomen vermengt haben. Die Erdbeere hat ihren Chromosomensatz vervielfacht, so dass es zu den großen Früchten kommt. Ihre Wildform ist genetisch "normal", die Früchte sind darum wesentlich kleiner.

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