Medikamentenampullen © reuters
Das Dopingmittel Epo bewirkt, dass mehr Sauerstoff im Körper transportiert wird
Epo
Doping mit Erythropoietin
Das seit 1988 gentechnisch hergestellte Blutdopingmittel Erythropoietin (Epo), durch das die Zahl der roten Blutkörperchen vermehrt wird, kommt vor allem bei Ausdauersportlern zum Einsatz.
Je mehr dieser roten Blutkörperchen und Hämoglobin-Proteine vorhanden sind, umso mehr Sauerstoff kann im Körper transportiert werden.

Epo-Missbrauch kann zum Tod führen. Es kommt zu einer Verdickung des Blutes und damit zu einer erhöhten Gefahr für Thrombosen, Kollaps und Infarkt. Wissenschaftliche Untersuchungen haben durch Epo-Einnahmen eine Leistungssteigerung bis zu 15 Prozent festgestellt.

Erstmals wurde bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney auf Epo gestestet. Bei diesem Hormon handelt es sich um eine Substanz, die im Körper gebildet, aber auch synthetisch hergestellt werden kann. Mit der Kombination aus einem in Frankreich entwickelten Urintest und den in Australien entwickelten Bluttests konnte erstmals verlässlich zwischen körpereigenem und synthetischen Epo unterschieden werden.

Das Hormon wird zu Behandlung von Blutkrankheiten in Form einer unterentwickelten körpereigenen Produktion von roten Blutkörperchen eingesetzt.

Ausdauersportler nutzen immer häufiger Doping
Vor allem bei Ausdauerdisziplinen im Sport ist Doping mittels Epo sowie eigenes oder fremdes Blut in Mode gekommen - beide Methoden sind verboten und werden mit jahrelanger Sperre geahndet. Sie zielen darauf ab, die Zahl der roten Blutkörperchen zu erhöhen, um die Sauerstoffkonzentration im Körper zu verbessern. Die Lunge kann dadurch die Muskeln stärker versorgen - die Ausdauer des Athleten steigt.

Einzige legale und obendrein risikolose Alternative ist das Höhentraining in sauerstoffarmer Luft. Der Körper entwickelt hier mehr rote Blutkörperchen. Als sicher gilt, dass Sportler das Höhentrainig mit Blutdoping verbinden, um maximale Wirkung zu erzielen.

Eine ähnliche Wirkung wie Epo hat der Einsatz von Blutdoping. Dabei bekommt der Akteur vor dem Wettkampf eine mit Sauerstoff angereicherte Bluttransfusion. Dies kann ihm selbst abgenommenes, konserviertes Blut sein oder Blut eines anderen Menschen der selben Blutgruppe. Hier zeigt sich auch die Schwierigkeit für Fahnder, Dopingsündern auf die Spur zu kommen, denn hinzugefügtes Eigenblut unterscheidet sich nicht von bei Kontrollen entnommenem Blut des Sportlers. Bei den Olympischen Spielen in Athen 2004 wurde erstmals eine Methode zum Nachweis von Fremdblut angewandt, die allerdings noch nicht als ausgereift galt.

Schwerpunkt
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08.07.2009 / reuters / jus