Eisvogel
Alcedo atthis
Der Eisvogel ist stark vom Aussterben bedroht, auch wenn er sich neue Refugien sucht: Er hat wie viele seltene Vögel wie Steinkauz, Mittelspecht und das Rebhuhn haben offenbar "Landflucht" begannen und sich ausgerechnet in den Städten eingenistet. "Die Stadt ist der einzige Lebensraum mit Steigerungsraten" , sagte der Leiter der Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland, Klaus Richarz. Metropolen sind zum "Eldorado" für bedrohte Arten geworden.
Als Ursache für die Verstädterung des Federviehs gilt unter anderem die Vergrößerung der Grünflächen, die zahlreichen Arten Lebensraum bieten können. Die starken Umweltbelastungen haben die Eisvogel-Bestände in den vergangen Jahren in ganz Mitteleuropa stark zurückgehen lassen. Ihr Lebensraum ist am günstigsten eine wassereiche Landschaft mit mehreren klaren Bächen und steilen Uferböschungen.
In der Schweiz besiedelt der Eisvogel (Alcedo atthis) mäßig schnell fließende Bäche und Flüsse sowie Teiche und Seen in den Niederungen. Er braucht einen reichen Kleinfischbestand als Nahrung, genügend Schilf, Büsche oder Bäume an den Ufern, von denen aus er jagen kann, und ungestörte, nicht bewachsene Steilwände im Uferbereich, in die er seine über einen halben Meter lange Brutröhre in den Boden hinein gräbt. Der Schweizer Vogelschutz hat den Eisvogel zum Vogel des Jahres gewählt, um mit ihm auch auf die große biologische Vielfalt seines Landes hinzuweisen. Die rot-orange Unterseite, der blau schillernde Rücken und Schwanz geben dem Eisvogel ein exotisches Aussehen. Seine nächsten Verwandten leben in den Tropen.
Der kalte und lang dauernde Winter ließ zahlreiche Gewässer zufrieren. Damit wurde vielen Eisvögeln die Nahrungssuche verunmöglicht. In solchen Wintern können 70 bis 90 Prozent der Eisvögel sterben. Dennoch ist dies nicht die grösste Bedrohung für den Eisvogel. Da er in der Lage ist, zwei, sogar drei Bruten pro Jahr mit je vier bis sechs Jungen aufzuziehen, kann er solche Verluste in wenigen Jahren wieder ausgleichen. In normalen Wintern hat er keine Probleme.
Die Oberseite scheint je nach Licht blau bis türkisfarben, die Unterseite ist orangebraun. Männchen haben einen dunkleren Schnabel, bei den Weibchen ist er fleischfarben.

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26.04.2006 / mp mit Material von dpa, ap und dem Schweizer Vogelschutz
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