Glossar
Chemiker unterscheiden mehr als 200 verschiedene Arten von Dioxinen
Dioxine - Giftige Gruppe
Klasse von Stoffen mit hochgiftigen Verbindungen
"Dioxine und PCB sind schon in geringen Mengen toxikologisch relevant, in großen können sie Krebs erregen", so Prof. Peter Fürst.
Der Lebensmittelchemiker vom Veterinäruntersuchungsamt Münster weiter: "Sie wirken sich auf den Hormonhaushalt aus, sie können immuntoxische und auch neurotoxische Wirkungen entfachen. Deshalb gilt es, die Belastung des Menschen möglichst gering zu halten."
Die Stoffgruppe der Dioxine, die normalerweise in der Natur nicht vorkommen, umfasst hochgiftige Verbindungen. Es gibt insgesamt 75 Dioxinarten und 135 der mit dem Dioxin eng verwandten Furane. Es handelt sich um eine Spielart der chlorierten Kohlenwasserstoffe, wobei die Menge des Chlors und dessen Sitz im Molekül für die außerordentliche Giftigkeit verantwortlich sind. Am gefährlichsten ist das als Seveso-Gift bekannt gewordene 2,3,7,8-Tetrachloridbenzodioxin (TCDD). Es wurde von der
Weltgesundheits-Organisation (WHO)
als Krebs erzeugend für den Menschen eingestuft. Auch andere Dioxine stehen im Verdacht, Krebs zu erzeugen.
Einige Dioxine sind extrem giftig und können schon in kleinsten Mengen tödlich wirken. Dioxine reichern sich vor allem in Fett-, Leber- und Hautgewebe an und bauen sich nur langsam ab. Beim Menschen kann Dioxin zu Störungen des
Immunsystems
, der Nervenleitungen, des
Hormon
haushalts und der
Enzym
systeme sowie zu Hautschädigungen - der Chlorakne - führen.
In die Umwelt gelangen sie hauptsächlich über Verbrennungsprozesse und bei der Produktion und Verwendung chlororganischer Verbindungen. Vor In-Kraft-Treten höherer Grenzwerte und dem Einsatz neuer Technik waren Müllverbrennungsanlagen die wichtigsten Quellen. Heute sind es vor allem thermische Prozesse der Metallgewinnung und -verarbeitung, außerdem entstehen Dioxine und Furane als unerwünschte Nebenprodukte bei der Herstellung von Holzschutz-, Unkrautvernichtungs- und Insektenvertilgungsmitteln oder bei der Verbrennung von chlorhaltigen Kunststoffen wie PVC. Aber auch im Alltagsleben ist der Kontakt mit Dioxinen nahezu unvermeidlich, etwa beim Rauch einer Zigarette.
Seit Ende der 1980er Jahre ist die Belastung von Umwelt und Lebensmitteln mit Dioxin in Deutschland laut Umweltbundesamt deutlich zurückgegangen. Als Indikator für die Belastung des Menschen gilt die sehr fettreiche Muttermilch, in den letzten zehn Jahren hat sich laut Umweltbundesamt deren Dioxingehalt halbiert. Immer wieder taucht Dioxin aber in Tierfutter auf. Zudem können Eier freilaufender Hühner höher mit Dioxin belastet sein als bei Tieren in Käfighaltung, wenn die freilaufenden Hühner in dioxinbelastetem Boden picken.
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08.12.2008, zuletzt aktualisiert am 16.03.2010 /
ap
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