Blutabnahme © dpa Lupe
Diabetes: Der Körper kann den Blutzucker wird nicht mehr adäquat verarbeiten
Diabetes - viele Formen
Das Insulin wirkt nicht mehr und hält die Werte hoch
Die chronische Stoffwechselkrankheit Diabetes wird durch einen absoluten oder relativen Mangel an dem Hormon Insulin verursacht.
Die Folge sind dauerhaft hohe Blutzuckerwerte. Diabetes mellitus - abgeleitet vom griechischen "diabainein" (hindurchfließen) und lateinischen "mellitus" (honigsüß) - wurde erstmals vor etwa 3500 Jahren in Ägypten beschrieben. Nach der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterscheidet man seit 1998 die verschiedenen Diabetes-Typen wie folgt:

Typ 1
Beim Typ 1 liegt ein vollständiger Insulin-Mangel vor, der durch die Zerstörung der B-Zellen (Inselzellen der Bauchspeicheldrüse, die normalerweise das Insulin produzieren) hervorgerufen wird. Man unterscheidet:

  • Typ 1A: immunologisch vermittelter Diabetes, der durch eine Immunantwort des Körpers auf beispielsweise Viren hervorgerufen wird.
  • Typ 1B: selbstständig auftretende Diabetes, idiopathisch (ohne erkennbare Ursache)

Typ 2
Vorwiegende Insulinrestistenz mit relativem Insulin-Mangel. Die frühere Aufteilung in Typ 2a (Normalgewichtige) und 2b (Übergewichtige) wird nicht mehr verwendet.

Typ 3
Typ 3 ist eine Sammelgruppe für:

  • Typ 3A: Genetische Schädigung der B-Zellen
  • Typ 3B: Genetische Defekte der Insulin-Wirkung
  • Typ 3C: Krankheiten der nach außen sezernierenden Bauchspeicheldrüse
  • Typ 3D: Krankheiten, die durch hormonelle Störungen entstehen
  • Typ 3E: Diabetes durch Drogen oder Chemikalien
  • Typ 3F: Diabetes in Folge von Infektionen
  • Typ 3G: Seltene, immunologisch vermittelte Formen von Diabetes
  • Typ 3H: andere genetische Syndrome

Typ 4
Gestations- oder Schwangerschaftsdiabetes

Die alte Einteilung wird häufig noch verwendet, auch wenn dies nicht mehr sein sollte:

  • Typ I: Die Inselzellen produzieren zu wenig Insulin
  • Typ II: Die Insulinproduktion ist normal, reicht aber in Folge von Überernährung nicht mehr aus

Die Zahl der Typ 1-Diabetiker steigt nur sehr langsam an. Die starke Prävalenz des Typ 2 seit Ende des Zweiten Weltkriegs macht den Einfluss von Überernährung, Übergewicht und Bewegungsmangel deutlich: Etwa 80 Prozent der Typ 2-Diabetiker sind übergewichtig.

Die Erstdiagnose eines Diabetes mellitus erfolgt häufig über die klassischen Symptome. Neben erhöhtem Blutzuckerspiegel sind vermehrter Harndrang (Polyurie), starkes Durstgefühl (Polydipsie), juckende Haut (Pruritus), Abgeschlagenheit und Leistungsminderung, chronische Infektionen, Gewichtsabnahme und Sehstörungen bis zur Bewusstlosigkeit (Coma diabeticum) Diabetes-Warnsignale.

Nach den Kriterien der ADA (Adenosindeaminase)/WHO kann ein Diabetes diagnostiziert werden, wenn - begleitet von klassischen Symptomen - ein Gelegenheitsblutzucker über 200 Milligramm pro Deziliter vorliegt oder ein Nüchtern-Plasma-Glucosewert über 126 Milligramm pro Deziliter (sieben Millimolar pro Liter) gemessen wird, der sich in einer Wiederholungsmessung bestätigt.

Falsche beziehungsweise Überernährung und zu geringe körperliche Beanspruchung, Operationen, Entzündungen, Schwangerschaft und Fieber begünstigen Diabetes ebenso wie die Einnahme bestimmter Medikamente (zum Beispiel Cortisol). Auch Aufregung bedingt eine Ausschüttung des Hormons Adrenalin, eines Gegenspielers des Insulins. Die Injektion von zu wenig Insulin oder zu kurze Intervalle zwischen Injektion und Nahrungsaufnahme beeinträchtigt die Stabilität der Blutzuckerwerte. Das Gleiche gilt bei unregelmäßiger oder versäumter Tabletteneinnahme.

Das wichtigste Ziel jeder Diabetes-Therapie ist es, die Blutzucker-Werte zu normalisieren und extremen Blutzuckerschwankungen (Hypo- oder Hyperglykämien) entgegen zu wirken. Der "HbA1c-Wert" ("Blutzuckergedächtnis"), der die Blutzuckerwerte der letzten drei Monate angibt, sollte unter sechseinhalb Prozent liegen. Unterzuckerungen können vorwiegend zu einer Schädigung der Gehirnzellen führen, hohe Blutzuckerwerte eine Vielzahl von Folgeerkrankungen auslösen.

Makroangiopathie
Bezeichnet eine Durchblutungsstörung der großen Gefäße, verantwortlich für Schlaganfälle, Herzinfarkte und arterielle Verschlusskrankheiten. Neben Rauchen und Bewegungsmangel ist Diabetes mellitus - vor allem in Kombination mit weiteren Risikofaktoren (Bluthochdruck und Störungen des Fettstoffwechsels) - an der Entstehung beteiligt.

Mikroangiopathie
Beschreibt Durchblutungsstörungen der kleinen Blutgefäße. Retinopathie, eine durch Diabetes mellitus ausgelöste Durchblutungsstörung der Netzhaut, beeintröchtigt das Sehvermögen und kann zur Erblindung führen. Nephropathie bedeutet eine Veränderung der Nierengefäße, der eine Verschlechterung der Nierenfilterfunktion folgen kann.

Periphere Neuropathie
Eine nervenbedingte Störung des Temperatur- und Schmerzempfindens an den Extremitäten, tritt meist als Empfindungsstörung an beiden Füßen auf. Als Spätfolgen kostet die Vernachlässigung des "Diabetischen Fußes" viele Menschen buchstäblich den Fuß.

Autonome Neuropathie
Meint eine Störung der für die Versorgung der inneren Organe zuständigen Nerven mit häufig unspezifischen Symptomen aller Organsysteme: Magen-Darm-Trakt (Magenentleerungsstörungen, Übelkeit), Herz (Verringerung der Herzfrequenzvariabilität), Sexualorgane (erektile Dysfunktion) und Blase (Entleerungsstörungen).

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Für Zucker gibt es noch immer keine Heilung
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