Glossar
Kohlendioxid, das etwa aus einem Kraftwerk entweicht, lagert in der Tiefe
CCS-Technik - das Kohlendioxid einlagern
"Carbon Capture and Storage" (CCS)
CCS (Carbon Capture and Storage - Lagerung und Abscheidung von Kohlendioxid), soll die Verbrennung von Kohle klimafreundlicher machen.
Doch die Technik ist noch nicht ausgereift. Ziel ist es, das schädliche Klimagas Kohlendioxid, das bei der Verbrennung in Kraftwerken normalerweise durch den Schlot in die Atmosphäre entweicht, quasi einzufangen, transportfähig zu machen und unterirdisch einzulagern. Fachleute sprechen auch von "CO
2
-Abscheidung" oder "CO
2
Sequestrierung".
Noch steckt die Technik in den Kinderschuhen. In kleinen Pilotanlagen wird ausprobiert, wie und bei welchem Produktionsschritt im Kraftwerk das Kohlendioxid am besten aus den Abgasen herausgefiltert werden kann. Diverse technische Möglichkeiten werden geprüft. Knackpunkt bei allen Verfahren: Der Wirkungsgrad der Kraftwerke sinkt, es muss mehr Kohle eingesetzt werden. Damit steigen die Kosten.
Ist das Kohlendioxid erst einmal abgetrennt, warten weitere technische Hürden: Das Gas muss transportiert - zur Debatte stehen hier Pipelines über Hunderte von Kilometer - und über Jahrzehnte sicher unterirdisch eingeschlossen werden. Hierfür nehmen Wissenschaftler sowohl ehemalige Erdgaslagerstätten als auch andere geologische Formationen wie Salzstöcke (saline Aquifere) ins Visier. Als ideal werden Lagerstätten ab 800 Metern Tiefe angesehen, weil der dort herrschende Druck das Gas verdichtet und ein Austreten verhindert.
Marktreif soll die Technik erst 2020 sein. Unklar ist, ob sie sich dann rechnet. Umweltschützer beurteilen CCS sehr skeptisch. Einige Fachleute sehen allerdings auch großes Potenzial. Immerhin 350 Millionen Tonnen Kohlendioxid entstehen nach Angaben des Bundesumweltministeriums derzeit in Deutschland aus der Verstromung von Kohle. CCS könnte dies nach einigen Prognosen um bis zu 70 Prozent verringern.