David Levy © SWR Lupe
Nach Jahrzehnten der Suche packt David Levy immer noch das Kometenfieber
Mit Leidenschaft auf der Jagd nach Kometen
Jupiter unter Beschuss: David Levy wurde bekannt
"Die meisten Berufsastronomen nehmen uns Amateure nicht sehr ernst", sagt David Levy, einer der Entdecker des Kometen, der 1994 auf Jupiter eingeschlagen ist. "Wir haben eine Qualität: Leidenschaft!"
Durch seine Entdeckung ist er an fünf Universitäten Ehrendoktor - ohne Astronomiestudium. "Ich habe keinen einzigen Kurs belegt", erinnert er sich. Zwischen 1984 und 1994 entdeckte er sieben Kometen. "Man kann Jahre und Jahre suchen und nichts finden", so Levy. "Das macht mir nichts aus. Mein Antrieb ist die Suche selbst. Ich liebe es!"

Für seine Suche ist er von Kanada nach Arizona gezogen, weil die Wüste dort oft einen sternenklaren Himmel bietet. Mit zahlreichen Teleskopen scannt er Nacht für Nacht den Himmel. "Nach 42 Jahren freue ich mich jeden Abend darauf wie am ersten Tag."

Heute nutzt er eine Digitalkamera, die mehr Licht aufnehmen kann als das menschliche Auge. "Es ist in den vergangenen zehn Jahren schwieriger geworden. Aber wenn du es liebst, den Himmel durch ein Teleskop zu betrachten, dann versuch es. Vielleicht hast du Glück und entdeckst einen Kometen."

Ein "zerquetschter Komet" raste auf den Jupiter zu
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Angefangen hatte die abenteuerliche Geschichte, als das Kometenjäger-Ehepaar Eugene und Carolyn Shoemaker sowie Amateurastronom David Levy im März 1993 vom kalifornischen Mount Palomar aus mit ihrem 46-Zentimeter-Spiegel etwas entdeckten, was nach Ansicht der Frau im Team so aussah wie ein "zerquetschter Komet". Am 8. Juli 1992, so ließ sich rekonstruieren, muss der einst vermutlich vier bis fünf Kilometer große Schweifstern beim nahen Jupiter-Vorbeiflug in mindestens 20 Stücke zerbrochen sein. Er gehörte zur Familie der typischen Jupiter-Kometen, die in ihrer Bahn um die Sonne von dem Riesenplanenten beeinflusst werden und wahrscheinlich vor 60, 70 Jahren dem König der Planeten ganz ins Netz ging.

Wie an einer 270.000 Kilometer langen Perlenschnur aufgezogen, sausten die Kometentrümmer um den größten Planeten unseres Sonnensystems, und zum ersten Male in der Geschichte der Astronomie war der Zusammenstoß zweier Körper im Planetensystem schon 15 Monate voraussehbar. Die größten bei den Einschlägen entstandenen Feuerbälle ragten 3200 Kilometer über die Wolkendecke des Jupiters hinaus. Sie waren zunächst rund, dehnten sich dann aber aus und flachten sich ab.

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20.10.2009 / mp mit Material von dpa