Dinosaurier wuchsen dank eines Energieüberschusses
Forschungsprojekt entschlüsselt den erdgeschichtlich einzigartigen Gigantismus
Mehrere Faktoren haben dafür gesorgt, dass Dinosaurier im Laufe der Evolution gewaltige Größen erreichten. Das macht Prof. Martin Sander von der Uni Bonn anhand der Sauropoden fest: Diese Supersaurier besaßen lange Hälse und vogelartige Lungen. Sie nutzten die Nahrungsressourcen optimal aus und setzten auf eine spezielle Fortpflanzungsstrategie. Dadurch wurde mehr Energie zum Wachsen frei. Größe ist ein Vorteil: Große Tiere können sich besser gegen Räuber wehren und Dürreperioden überstehen.
Entscheidend war der lange Hals: Wie bei einem Kran konnten die Saurier ohne viel Bewegung energiesparend die Umgebung abgrasen und neue Nahrungsquellen erschließen. Der Hals besaß Luftsäcke an den Halswirbeln. Das reduzierte das Gewicht und ermöglichte gigantische Längen. Dank der vogelartigen Lunge setzten sich Sauropoden im Ökosystem der Erde durch. Vogellungen nehmen Sauerstoff doppelt so effizient auf wie die von Säugetieren. Während der Obertrias sank der Sauerstoffgehalt der Erdatmosphäre auf ein Minimum von 11 Prozent (heute 21 Prozent).
© dpa
Die Urechsen schlangen ihre Nahrung runter. Große Zähne zum Kauen waren nicht nötig, passend zum langen Hals war der Kopf klein und leicht. Als Nahrung dienten damals noch primitive Pflanzenarten wie Araukarien-Gewächse. Diese waren energiereich, jedoch dauerte die Freisetzung der Energie lang. Sauropoden nutzten das volle Energiepotenzial, da die Pflanzen lange in ihren massigen Körpern blieben und optimal zersetzt wurden. Nur wenige der großen Tiere fanden genug Nahrung in einem Gebiet, dadurch blieb die Populationsdichte klein. Um trotz der geringen Zahl die Fortpflanzung zu sichern setzen Sauropoden aus die "r-Strategie“. Wie Frösche legten sie viele, verhältnismäßig winzige Eier. Nur ein Bruchteil entwickelte sich zu erwachsenen Tieren. Die "r-Strategie“ hielt die Fortpflanzungsrate konstant.
Gleichzeit ermöglichte sie eine schnelle Anpassung an unerwartete Rahmenbedingungen: Blieben Konkurrenten oder Räuber aus, konnten die Riesen neue Lebensräume erschließen. Nach einem katastrophalen Rückgang der Population konnten sie sich schnell erholen. Fast alle Säugetiere setzen hingegen auf die "k-Strategie“. Dabei gibt es nur wenige Nachkommen, die von den Eltern intensiv betreut werden. Bei großen Säugetieren bedeutet das eine geringe Reproduktionsrate, was zum Beispiel Elefanten- oder Nasshornpopulationen sehr anfällig gegenüber Wilderern macht.
Sauropoden waren ein Erfolgsmodel der Evolution, sie dominierten 140 Millionen Jahre das Ökosystem der Erde. Sie waren die Nahrung der Raubsaurier, die dadurch ebenfalls an Größe zulegten. Die Erkenntnisse über die Körpergröße entstanden im Zuge des Projekts "Biologie der Sauropoden: Die Evolution des Gigantismus“.

Warum wurden Dinosaurier eigentlich so groß?


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"Fakten über die sauropoden Dinosaurier" vom Projekt "Biologie der Sauropoden: Die Evolution des Gigantismus“ der Uni Bonn
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