Allergiker können Lupinen zur Eiweißversorgung nutzen
Fraunhofer-Forscher: "Lupine hat Potenzial, die Sojabohne Europas zu werden"
Das Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung in Freising bei München hat ein Speiseeis auf rein pflanzlicher Basis entwickelt, das es in vielen Geschmacksrichtungen geben werde, berichtete der Forscher Peter Eisner. Besonders für den asiatischen Raum sei das eine interessante Perspektive, weil dort 90 Prozent der Menschen unter einer Laktose- Unverträglichkeit litten. Erste Anfragen von dort gebe es bereits. Das Eiweiß in den neuen Eiskreationen werde aus den Samen der blauen Lupine gewonnen.
Daraus habe man ein maßgeschneidertes Lupinenprotein als Emulgator entwickelt. Das Eiweiß aus Lupinensamen habe ähnliche Eigenschaften wie das Sojaprotein: Es verbindet im Speiseeis Fett und Wasser und sorgt für die cremige Konsistenz. Das Lupinen-Eiweiß könne auch Alternative zu gentechnisch verändertem Soja-Eiweiß sein.
In einem deutschlandweiten Pilotprojekt sollen bald auch Brot, Pizzateig und Pommes frites mit Lupinen- statt Sojaprodukten angereichert werden. "Die Lupine hat das Potenzial, die Sojabohne Europas zu werden", sagte Peter Eisner . Besonders auf den kargen Böden Mecklenburg-Vorpommerns und Brandenburgs gedeihe die Lupine gut. Eine neue Züchtung aus Deutschland, die kaum noch Bitterstoffe enthalte, soll den Durchbruch für Nahrungsmittel bringen.
Die Lupine ist eine mit Erbse und Bohne verwandte Hülsenfrucht. Rund 80 Prozent unserer Lebensmittel enthalten Sojaeiweiß, das meist importiert wird. Das Problem an dieser Idee ist aber, dass die Bohnen der Lupine aufgrund ihrer giftigen Bitterstoffe eigentlich ungenießbar sind. Um sie zu "entbittern“, muss man den Stoffstrom unterbrechen, der Richtung Hülse geht.
Dann könnten die nach wie vor bitteren Blätter und Stängel Hasen und Rehe abhalten. Nach jahrelangen Züchtungsversuchen gelingt es den Pflanzenforschern jetzt, den bitteren Geschmack fast komplett verschwinden zu lassen. Dabei ist der Anbau der Lupine überall in Deutschland möglich. Die Pflanze ist anspruchslos und gedeiht auch auf sandigen und trockenen Böden. Ihre langen Pfahlwurzeln lockern das Erdreich in noch bis zu drei Metern Tiefe auf. Bakterien an den Wurzeln profitieren von der Pflanze insofern, dass sie Nährstoffe bekommen und liefern parallel dazu Stickstoff an die Pflanze.
Dank dieses Stickstoffs kann die Pflanze ganz ohne Dünger pralle Früchte bilden. Mit ihren langen Wurzeln tut die Lupine auch dem Boden gut. Das neue Nahrungsmittel ist proteinreich, gut für Allergiker und in Deutschland anbaubar. Sind die Kerne gepresst, werden die übrig gebliebenen Flakes eingeweicht, damit sich das Eiweiß aus den Strukturen der Fasern löst. Wird die Flüssigkeit erhitzt und verdampft, bleibt hochwertiges Eiweiß zurück.

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28.03.2007 / mm / dpa
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