Der Mensch ist weitaus mehr als ein Crashtest-Dummy
Forschungen unter Realbedingungen sollen zu mehr Sicherheit im Auto beitragen
Weil die herkömmlichen Test-Dummys eher grobschlächtig sind und über eine starre Wirbelsäule sowie nur drei Rippen und wenige Gelenke verfügen, verwenden die Forscher des Teams biomechanische Unfallforschung der Münchner Rechtsmedizin lieber Mensch-Modelle. Mit ihnen lässt sich genauer erkennen, wo dem Insassen Verletzungsgefahr droht und wie der Körper reagiert. Doch manchmal reicht auch das den Forschern nicht, dann müssen doch echte Menschen - Freiwillige - ran.
Um die Frage zu klären, wie ein lebendiger Mensch bei einem Seitenaufprall reagiert, werden sie mit Kügelchen markiert, die das Rotlicht von Hochgeschwindigkeitskameras reflektieren und so die genaue Positionsveränderung der Körperteile wiedergeben. Die Münchner Biomechaniker haben mithilfe des Mensch-Modells eine Türform entwickelt, die bei einem Seitenaufprall das Becken früher anstößt als den Brustbereich. Der Vorteil besteht darin, dass sich das Verletzungsrisiko verringert.
Erst nach und nach beziehen die Autobauer auch das Mensch-Modell mit ein. Dabei wäre das extrem wichtig, denn aufgrund seiner Muskelaktivitäten während eines Unfalls bewegt sich der Mensch anders als ein Dummy. Dies gilt besonders für niedrige Geschwindigkeiten. Beim Überschlag oder auch beim Seitenaufprall gilt es, die Auslösezeiten der neuen Airbags auf die realen menschlichen Anforderungen abzustimmen.

Vor und nach dem Unfall: Technik beim Crash

Biomechanisches Kolloquium des Instituts für Rechtsmedizin der Universität München
Mensch-Modell Ramsis von der Technischen Uni München

12.05.2006 / mm
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