Erdgas aus 1000 Metern Tiefe vor der Küste Norwegens
In "Ormen Lange" entsteht das bisher größte Erdgasfeld - auf dem Meeresgrund
Vor der Küste Norwegens, im Gasfeld "Ormen Lange" entsteht ein gigantisches Erdgas-Förderungsprojekt. "Das einzigartige ist, dass wir ein riesiges Gasfeld ohne jede Produktionsplattform an der Meeresoberfläche erschließen", erläutert Vegar Stockset . "Das gesamte Produktionsequipment befindet sich 1000 Meter unter dem Meeresspiegel. Wir beginnen mit zwei Förderanlagen und leiten das Gas 120 Kilometer weit zu einer Aufbreitungsanlage an der Küste."
70 Millionen Kubikmeter Gas werden sie pro Tag fördern. Ormen Lange wird damit zur größten Gasförderanlage der Welt. Dabei wird dem Gas ein Frostschutzmittel zugesetzt, denn bei Temperaturen unter dem Nullpunkt und einem Druck von 200 Atmosphären bildete sich sonst festes Hydrat, das die Leitung zusetzt.
Der Roboterbagger "Spider" hebt die Gräben für Gaspipelines aus. Die Steuerung erfolgt per virtueller Realität, denn bei der Arbeit wird Sediment aufgewirbelt, das den Unterwasser-Kameras die Sicht versperrt. Der Boden dort ist zerklüftet, so dass "Spider" auch bei einer Neigung von 35 Grad sicher arbeiten kann. Um das Gelände einzuebnen und die Leitungen zu stützen, hat das Spezialschiff Tertnes bereits 400.000 Tonnen Gestein dort verklappt.
Die Arbeiten dort hatten in der Bevölkerung für Unruhe gesorgt: Das Gebiet ist geologisch instabil, vor 8000 Jahren geschah dort der größte Erdrutsch aller Zeiten: 5600 Kubikkilometer Meeresboden rutschten in die Tiefe. Die norwegische Boulevardpresse befürchtete gar einen Tsunami. Prof. Günther Claus beruhigt: "Im Grunde ist eine Bohrung eine tektonische Störung, die man vergleichen könnte, wenn eine Biene einen Elefanten sticht."
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12.10.2005, zuletzt aktualisiert am 15.02.2007 / mp
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