Nacktscannerbild © dpa Lupe
So möchte sich keiner sehen - und noch weniger von anderen gesehen werden
Körperscanner
Röntgen- oder Wärmestrahlen für die "Sicherheit"
Körperscanner sollen mehr Sicherheit im Luftverkehr gewährleisten. Doch die Methode ist vor allem unter Datenschützern umstritten.
Es gibt ein passives und ein aktives Verfahren: Der passive Körperscan erfasst lediglich die natürliche Terahertz-Strahlung des Körpers, die Teil der menschlichen Wärmestrahlung ist. Auf dem schemenhaften Bild werden Gegenstände unter der Kleidung als Schatten erkennbar.

Bei der aktiven Methode wird der Körper mit Terahertz-Wellen bestrahlt und aus deren Rückstreuung ein detailliertes Bild errechnet. Das Gerät zeigt ein dreidimensionales Bild, auf dem Figur und am Körper getragene Gegenstände deutlich sichtbar sind. Eine Spektralanalyse könnte deren Beschaffenheit ermitteln. Einige Körperscanner, etwa in den USA, nutzen zudem Röntgenstrahlen, die ein noch genaueres Bildergebnis liefern.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bewertet drei unterschiedliche Techniken:

  • Röntgentstrahlung: Bei dieser Methode wird mit Hilfe von Röntgenstrahlung ein Bild produziert. Aus Gründen des Strahlenschutzes lehnt das BfS dies ab. Es hält den Einsatz von Röntgentechnik im Bereich der Sicherheit für "nicht gerechtfertigt", weil sie den Körper zu stark belaste und alternative Verfahren ohne Strahlenbelastung zur Verfügung stünden.
  • Terahertz-Strahlung: Diese Technik produziert ein Bild, in dem die Wärmeabgabe des Körpers wiedergegeben wird. Der Körper gibt Terahertz-Strahlung ab. Die Terahertz-Strahlung kann in Bilder umgewandelt werden, die die Umrisse des Körpers dreidimensional abbilden. Trägt jemand eine Waffe oder andere verdächtige Gegenstände am Körper, zeichneten sich deren Umrisse auf einem solchen Bild ab, weil die Terahertz-Strahlung nicht oder nur abgeschwächt durch einen Gegenstand dringen kann.
  • Zweifache Terahertz-Strahlung: Die dritte Technik ähnelt der zweiten: Ein Scanner zeichnet die Terahertz-Strahlung auf. Gleichzeitig bestrahlt der Scanner den Körper im selben Frequenzbereich, um den Bildkontrast zu erhöhen. Obwohl bisher keine genauen wissenschaftlichen Informationen über Wirkungen durch solche Strahlen im menschlichen Körpers vorliegen, wird laut BfS davon ausgegangen, dass die Belastung gering ist.

Die EU-Kommission hatte im Herbst 2008 erklärt, den Einsatz von Ganzkörper-Scannern an Flughäfen zuzulassen. Auf dem Londoner Flughafen Gatwick wurden Körperscanner bereits vor sieben Jahren getestet. In Moskau sind die Geräte seit 2007 regulär im Einsatz. Bei Testläufen auf dem Amsterdamer Airport steht Passagieren ein Körper-Scan derzeit offen. Weitere Geräte stehen auch in Israel, Australien, in der Schweiz und in den USA. In Deutschland wird der Körperscanner bisher nicht verwendet. Seit Ende 2008 untersucht die Bundespolizei die Technologie auf Einsatztauglichkeit im Labor.

Besonders kritisiert wird an den sogenannten Nacktscannern, dass die erzeugten Nacktbilder die Privatsphäre oder sogar die Menschenwürde verletzen. Außerdem können die Scanner keine Substanzen oder Gegenstände erkennen, die in Körperöffnungen wie Mundhöhle, Gehörgang, und Rektum eingeführt wurden.

Terahertz-Scanner
Nackt bis auf den Strich
Forscher in Jena haben einen Körperscanner entwickelt, der wie eine Wärmebildkamera arbeiten und damit die Intimsphäre waren soll.
Glossar
Terahertzstrahlung
Terahertzstrahlung stammt aus einer Nische des elektromagnetischen Spektrums zwischen Wärmestrahlung (Infrarot) und Mikrowellen.