Viele Gattungen leben gerne auf Lebensmitteln
Schimmel, das kann heißen: Aspergillus, Penicillium, Mucor oder Rhizopus
Schimmel ist nicht eine Gattung oder Rasse von Pilzen, sondern eine wenig definierte Gruppe, die sich eine ähnliche Lebensweise teilen. Bekannt sind Gattungen wie der Gießkannen-Schimmel Aspergillus, der in der Lebensmittel-Technologie eingesetzt wird, der Pinselschimmel Penicillium, aus dem das gleichnamige Antibiotikum gewonnen worden ist, der Köpfchenschimmel Mucor oder der Brotschimmel Rhizopus, die man mehr oder weniger "gerne" auf Lebensmitteln findet.
Fast jeder vierte Haushalt hat Schimmelschäden
Fast jeder vierte deutsche Haushalt weist Schimmel- oder Feuchtigkeitsschäden auf. Zwei repräsentative Studien aus Bielefeld und Jena kommen zu dem Ergebnis, dass 22 Prozent aller Haushalte von derartigen Problemen betroffen sind. Zurzeit suchen Wissenschaftler nach einem Nachweisverfahren, um Schimmelpilze feststellen zu können, ohne dafür Wände oder Decken aufzureißen. Dabei konzentriert sich die Forschung auf mikrobiell produzierte flüchtige organische Verbindungen (MVOC).
Diese gehen zwar bei schwerem Schimmelbefall mit einem typischen Geruch einher, sind jedoch bei verdecktem Befall mit der Nase kaum festzustellen. Eine Berliner Studie fand bislang keinen Zusammenhang zwischen der Konzentration von acht ausgewählten MVOC in der Raumluft und dem Schimmelpilzbefall. Nun soll ein Test für Stoffe entwickelt werden, die in der Zellwand von Schimmelpilzen vorkommen und im Verdacht stehen, Entzündungen hervorzurufen.
Vorsicht vor Schimmelpilzen in Haus und Wohnung
Wenn Schadstoffe in der Umwelt krank machen, sind Ärzte oft ratlos. Halten unspezifische Symptome wie Kopfschmerzen, gereizte Schleimhäute und ständige Müdigkeit über Wochen und Monate an, denken viele Betroffene auch an Wohngifte: Holzschutzmittel, Lösungsmittel, Pestizide. Die Gefahrenliste sei lang, warnt die Stiftung Warentest Das mit Abstand häufigste Probleme sei Schimmel. Schon geringe Mengen könnten die Lunge schädigen.
Ursache für Schimmel seien oft Baufehler wie schlecht gedämmte Wände. In vielen Wohnungen verhinderten zudem immer dichtere Türen und Fenster die früher übliche Luftzirkulation durch Ritzen. Werde zum Ausgleich nicht häufig genug gelüftet, könne sich der Pilz vor allem in feuchten Räumen leicht vermehren.
Umweltmedizinische Beratungsstellen helfen, die Quellen der Belastung aufzuspüren und eine Gefährdung einzuschätzen. Neben einigen privaten Instituten bieten auch Gesundheitsämter diesen Service an. Einige Universitätskliniken haben Ambulanzen eingerichtet, die sich auf Diagnostik und Behandlung umweltbedingter Krankheiten spezialisiert haben.
Befallene Nahrungsmittel wegwerfen: nur wenige Ausnahmen
Da die Schimmelpilze giftig und nur zum Teil sichtbar sind, sollten befallene Nahrungsmittel weggeworfen werden. Darauf haben die Lebensmittelexperten des TÜV Süd in München hingewiesen. Ein Ausschneiden befallener Stellen reiche nicht aus, um die Gefahr zu bannen. Bei allen Lebensmitteln sollten Verbraucher nach Auskunft der TÜV-Experten genau hinsehen, bevor sie sie verzehren. Seien im Fruchtsaft Schlieren zu erkennen, dann solle dieser weggeschüttet werden. Brot und Getreideerzeugnisse gehören ebenso auf den Abfall, wenn sie Schimmelspuren tragen.
Auch auf Wurst und Schinken, selbst wenn sie luftgetrocknet sind, können Schimmelpilze siedeln und die Waren müssen dann ebenfalls entsorgt werden. Kompott, Früchte und Milchprodukte, die von Schimmel befallen sind, dürfen den Angaben zufolge nicht gegegessen werden.
Allerdings gibt es zwei Ausnahmen: Bei Konfitüren mit einem Zuckergehalt von mehr als 50 Prozent reicht es den TÜV-Experten zufolge aus, die befallene Stelle großzügig zu entfernen. Und bei Hartkäse kann weißer Schimmel diesen Angaben nach ebenfalls großzügig ausgeschnitten werden.
Um Lebensmittel vor dem Schwitzen zu bewahren, sollten sie nicht in Plastiktüten oder -folie eingewickelt werden, weil dann die Feuchtigkeit nicht entweichen kann. Lebensmittel sollten immer trocken und möglichst kühl gelagert werden. Zudem, so der TÜV, sollten keine größeren Vorräte angelegt, sondern leicht verderbliche Ware besonders im Sommer möglichst frisch gekauft werden.


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12.01.2005, zuletzt aktualisiert am 22.04.2008 / ap / mp
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