Überlebenshilfe für die Vorfahren unserer Hauspferde
Die Wiederansiedlung der Przewalskipferde in der Mongolei sorgt für Aufwand
Um die Przewalskipferde (Equus przewalskii) wieder in ihrer Heimat, der Mongolei ansiedeln zu können, treiben Forscher aus Österreich manchen Aufwand: Sie impfen die Tiere notfalls zeitnah und statten sie mit Satellitenpeilungs-Empfängern aus, um ihre Zugwege zu verfolgen. Die Ahnen unserer Hauspferde (E. przewalskii f. caballus) sind vor 30 Jahren in freier Wildbahn ausgestorben. Sie überlebten aber immerhin noch mehr als 15 Generationen lang in den Naturparks und Zoos.
Schon 1992 wurde begonnen, die ersten Urpferde von dort aus wieder auszuwildern. Doch schon nach kurzer Zeit zeigten sich die Tiere so scheu, dass sie die Forscher nicht mehr in ihre Nähe ließen. "Gerade in den Anfangsphasen eines Wiedereinbürgerungsprojektes ist es sehr wichtig, wissenschaftliche Daten zu sammeln, um unsere Entscheidungen zu unterstützen", erläutert Christian Walzer, Tierarzt im Salzburger Zoo.
"Hier ist Überwachung der Pferde besonders wichtig, die mit Satelliten ausgestattet sind." Walzer hat eigens dafür ein ferngesteuertes Betäubungsgewehr entwickelt. Zwei Kameras zeigen das Ziel und die Distanz an. So kann der Wissenschaftler auch aus großer Entfernung das Tier im Visier zu behalten. So kann sich der Wissenschaftler soweit entfernen, dass er von den Tieren weder gesehen noch gewittert wird. Aus mehr als fünfhundert Metern Entfernung wird das Gewehr über die Fernsteuerung auf das Ziel eingerichtet. Ein Funksignal löst den Betäubungsschuss aus.
Viele Pferde starben an einer von Zecken übertragenen Krankheit, der Piroplasmose. Die österreichischen Forscher haben herausgefunden, dass den Tieren ein immunisierendes Serum gespritzt werden muss, sobald erste Krankheitssymptome auftreten. Seither stirbt kaum noch ein Tier an dieser Krankheit.
Durch Satellitenübertragung können die Wissenschafter sogar zu Hause in Salzburg die Pferde Tag und Nacht beobachten. "Man hat immer angenommen, dass die Pferde in der Nacht herumstehen - aber sie sind genau so aktiv wie bei Tag." Die Auswertung der Daten hat auch gezeigt, dass die zoogewöhnten Urpferde mit den extremen klimatischen Bedingungen und der Wasserknappheit in der mongolischen Wüste sehr bald gut zurechtkamen.
Inzwischen leben 90 Urwildpferde in der Mongolei. Fünf Herden in völliger Freiheit. Doch ist mindestens ein Bestand von 250 Tieren notwendig, um das Überleben der Przewalskipferde in freier Wildbahn auch langfristig zu sichern.


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27.10.2004, zuletzt aktualisiert am 10.10.2008 / mp
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