"Der Kabeljau sollte nicht größer als 40 Zentimeter sein"
Meeresbiologe weist darauf hin, dass große Fische stärker zum Bestand beitragen
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Der Meeresforscher Dr. Christopher Zimmermann vom Bundesforschungsinstitut Fischerei schlägt eine maximale Größe vor, bis zu der Kabeljau gefangen werden darf: "Die großen Fische tragen viel mehr zum Bestandsaufbau bei als die kleinen." Während die Bestände in der Nordsee zusammenbrächen, gibt es vor Island, in der Barentssee und vor Norwegens Küste keine Probleme. Sortiergitter vor den Schleppnetzen der Krabbenfischer drängen größere Tiere ab - nur kleinere gehen ins Netz.
"In der Europäischen Union ist der Fischer gezwungen, Fänge, die entweder zu klein sind oder für die er keine Quote mehr hat, über Bord zu schmeißen", so Zimmermann. "Die gehen aber dem Bestand und letztlich dem Verbraucher verloren." Ein norwegischer Fischer darf den zu kleinen Beifang nicht zurückwerfen, sondern muss ihn seiner Quote anrechnen.
Expertenausschuss rät zu 50, die EU beschließt 40 Prozent
Bei Fischen kommt es sehr wohl auf die Größe an
Wissenschaftler halten einen sehr viel größeren Verzicht für erforderlich als von der EU 2008 vereinbart: Der zuständige Expertenausschuss der EU-Kommission hatte eine Reduzierung des Fang-Anteils am Gesamtbestand um 50 Prozentpunkte empfohlen. Laut EU-Beschluss sollen 2009 maximal 40 Prozent der ausgewachsenen Kabeljau-Bestände in der Nordsee gefangen werden dürfen, bislang liegt der Anteil bei rund 65 Prozent. In den darauffolgenden Jahren soll der Anteil des Fangs jeweils um zehn Prozentpunkte gesenkt werden, bis sich die stark dezimierten Bestände erholt haben. Das neue System soll auch die Fangflotten effektiver am Auslaufen hindern.
Bislang geschieht dies über die "Tage-auf-See"-Regelung. Dabei dürfen die Mitgliedstaaten ihren Schiffen eine bestimmte Höchstzahl von Fangtagen zuweisen - unabhängig von Größe und damit Fangkapazitäten. Wenn das Kontingent ausgeschöpft ist, müssen die Schiffe im Hafen bleiben. EU-Fischereikommissar Joe Borg will, dass beim Kabeljau - wie schon bei einigen anderen Arten - auch die Schiffsgröße berücksichtigt wird, gemessen an der Motorleistung in Kilowatt ("Kilowatt-Tage"). Die "Tage-auf-See"-Regelung ist neben den Fangquoten und Vorschriften zur Maschengröße von Netzen eines der Instrumente, mit denen die EU der Überfischung in ihren Gewässern begegnen will.
"Wir sehen seit Jahren, dass die Fischbestände runtergehen", sagt Iris Menn von Greenpeace Deutschland. "Wenn wir jetzt nicht stoppen und den Meeren eine Pause gönnen, dann haben die Fischer in fünfzehn Jahren überhaupt nichts mehr zu fangen." Naturschützer fordern, dass 40 Prozent der Nord- und Ostsee Schutzgebiete werden sollen und die Fangflotte halbiert.
Die Kunden in Norwegen wissen, woher ihr Fisch stammt
Norwegische Fischer halten den Weg des Fisches nach
Die Norweger sollen beim Kauf von Speisefisch künftig detailliert Auskunft über Herkunft, Fangmethoden und die zuständigen Fischer erhalten. Als Hintergrund für die Einführung einer detaillierten Kennzeichnung gilt der hohe Prozentsatz von illegalen Fischfängen über die zugelassenen Quoten hinaus. "Durch die Möglichkeit zur Rückverfolgung des Fisches bis zum Fang bekommt der Verbraucher eine Garantie, dass wir gesetzlich zulässigen und nachhaltigen Fang betreiben", sagte Fischereiverbandschef Trygve Myrvang.
Vorgesehen ist ein Nummerierungssystem, mit dessen Hilfe Konsumenten über einen Computer Informationen über den genauen jeweiligen Fisch abrufen können. Sie sollen den Fangort, das Fangdatum, die eingesetzten Netze, den Namen des betreffenden Schiffes oder Kutters, Transportsysteme an Land sowie Kühlorte und Dauer umfassen. Mehrere der größten norwegischen Supermarktketten haben die Pläne begrüßt und wollen das kommende Info-System testweise einsetzen.


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12.11.2002, zuletzt aktualisiert am 17.12.2008 / mp mit Material von dpa und ap
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