Eine Hundenase schlägt jede technische Lösung
Tiere kommen auch an die Stellen heran, die für Menschen nicht zugänglich sind
Brandmittelspürhunde sind bei einer Brandermittlung schneller als jedes technische Analysegerät, weil sie große Flächen in kürzester Zeit abschnüffeln können. Auch wenn ein Gebäude vollständig nieder gebrannt ist, bleiben immer winzige Spuren von Brandbeschleunigern übrig, selbst Wochen nach einem Brand. Zuverlässig zeigen die Tiere die Stellen an, an denen mit Benzin oder anderen Brandbeschleunigern dem Feuer nachgeholfen wurde.
Der leichte Hund kommt auch an die Stellen heran, die für den Menschen nicht oder nur unter großer Gefahr zugänglich sind. Selbst abgedampftes Benzin machen die Hunde dort ausfindig. Die Grundausbildung dauert zwölf Wochen, die Ausbildung knapp ein Jahr.
Die Geruchsorgane des Hundes sind sehr viel besser aufgebaut als die des Menschen. Er besitzt ungefähr 23 Mal so viele Riechzellen als der Mensch. Auch hat er viel mehr Cilien, Haare, an denen die Geruchsstoffe absorbiert werden. Außerdem verwenden Hunde eine gewisse Schnüffeltechnik, indem sie bis zu 300 Mal pro Minute einatmen. Das Messerät dagegen schlägt immer nur dann an, wenn es direkt an die richtige Stelle gehalten wird. Im Bundeskriminalamt kann anschließend geklärt werden, um welche Substanz es sich handelt.
An einem Messfühler lagern sich wie an den Riechzellen der Hundenase die Inhaltsstoffe an. Im Gas-Chromatographen werden die Substanzen analysiert. Peter van Bebber vom Bundeskriminalamt (BKA) hat entdeckt, dass die Hunde empfindlicher reagieren als die elektronischen Messgeräte.
Deshalb haben die Labortechniker manchmal Probleme damit, von Hunden angezeigte Proben sicher als brennbare Flüssigkeit zu identifizieren. In hundert von den Hunden untersuchten Fällen sind in der Hälfte der Fälle Brandstiftungen aufgedeckt worden. In 35 Prozent dieser aufgedeckten Fälle kommen die Brandsachverständigen zu der Aussage, dass das nur mit Hilfe der Brandmittelspürhunde möglich war.
Die Arbeitszeit der Spürhunde sollten 15 bis 20 Minuten an der Brandstelle nicht überschreiten. In dieser Zeit können sie bis zu 300 Quadratmeter untersuchen. Danach muss erst einmal Pause sein. Daran anschließend können die Spürhunde noch bis zu sieben Mal die Trümmer untersuchen.
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29.06.2004, zuletzt aktualisiert am 21.11.2007 / mm, db
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