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In jedem Handy stecken wertvolle Rohstoffe wie Kupfer oder Gold
Gold aus dem Handy
Elektronikmüll ist ein weltweites Problem geworden
Ein Unternehmen in den Niederlanden gewinnt aus alten Mobiltelefonen wertvolle Edelmetalle wie Gold und Kupfer zurück.
Das Kupfer wird zu Platten verarbeitet und an die verarbeitende Industrie verkauft. Immerhin zwölf Prozent Kupfer stecken in einem Mobiltelefon. "Das Potential für Handy-Recycling ist riesengroß, 50.000 bis 60.000 Tonnen könnten es sein", sagt Thierry van Kerkhoven von Umicore. "Aber es werden vielleicht weltweit nur 1000 Tonnen an Handys recycelt."

"Die Tatsache ist, das in Deutschland viele Althandys im Restmüll landen", erklärt Perrine Chancerel von der Technischen Universität Berlin. Allein in Deutschland werden jährlich zehn Millionen Handys in den Müll geworfen. Nach Berechnungen von Perrine Chancerel verschwinden pro Jahr in Deutschland durch nicht korrekt entsorgte Handys 350 Kilogramm Gold mit einem Wert von neun Millionen Euro im Restmüll. Laut Elektro- und Elektronikgeräte-Gesetz müssen Mobiltelefone als Elektroschrott entsorgt werden.

"In Zukunft müssen wir mehr recyceln, denn der Abbau der Metalle ist sehr umweltbelastend und wird auch immer teurer", sagt van Kerkhoven. Auch die Kunden sollten ein Interesse am Recycling haben, denn ansonsten würden die Preise der Rohstoffe ansteigen. Handy-Besitzer tragen wertvolle Edelmetalle mit sich herum. Wissenschaftler sprechen von "urban mining", Bergbau in der Stadt.

In vielen Entwicklungsländern fehlt Recycling-Politik
Elektronikmüll droht in Entwicklungsländern zu einem ernsthaften Gesundheitsrisiko zu werden, warnt das UN-Umweltprogramm UNEP. Jedes Jahr werden weltweit 40 Millionen Tonnen Handys, Laptops, Drucker, Fernsehgeräte, Musikspieler, Kameras und andere Elektronikgeräte ausgemustert. In vielen Entwicklungsländern fehlt aber eine Recycling-Politik. Die Länder müssten dafür sorgen, dass das Material aus den Geräten so weit wie möglich wiederverwertet und der Rest ordnungsgemäß beseitigt wird, forderte UNEP.

Bereits 2005 haben Forscher der TU Berlin und des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik einen Roboter entwickelt, der Handys auseinander nehmen kann. "Beim Handy hat man aber ein Produkt, das eine relativ große Packungsdichte hat: eine große Anzahl von Komponenten auf sehr engem Raum", erläutert Bahadir Basdere. "Schnappverbindungen und sehr kleine Schrauben sind eine große Herausforderung für die Demontage." Eine am Roboter befestigte Kamera erkennt den Typ des Handys, nachdem es von Hand eingelegt wurde.

"Wenn jeder der weltweit drei Milliarden Menschen, die mobile Geräte besitzen, auch nur ein nicht mehr genutztes Handy zurückgäbe, könnten wir 240.000 Tonnen an Rohstoffen einsparen", sagt Markus Terho, Umweltchef bei Nokia. "Hinsichtlich des Ausstoßes von Treibhausgasen könnten wir dadurch denselben Effekt erzielen, wie wenn man vier Millionen Fahrzeuge von der Straße nähme."

2009 wurden allein in Deutschland 27 Millionen Handys verkauft, 85 Millionen ausrangierte sind noch im Besitz der Verbraucher.

Rücknahme von Handys
Viele Mobilfunkanbieter nehmen die ausgedienten Handys zurück und verkaufen sie an Recyclingunternehmen. Die Erlöse kommen meist Naturschutzprojekten zugute.
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