Wal Video
Katharina Heyer bringt Touristen die Meeressäuger beim "Whalewatching" näher
Eine Schweizerin am Tummelplatz der Wale
Katharina Heyer beobachtet Gibraltar-Meeressäuger
Lange war die Straße von Gibraltar für Biologen kein Thema - bis eine Modedesignerin kam. Katharina Heyer machte den Walschutz zum Lebenszweck und bringt Touristen die Tiere beim"Whalewatching" näher.
In Zusammenarbeit mit dem Meeresbiologen David Senn von der Universität Basel hat sie in Tarifa eine Forschungsplattform errichtet. Finanziert wird die Arbeit durch Spenden und die Wal-Beobachtungs-Touren. Damit die Touristen etwas über die Wale und deren Lebensweise erfahren, informiert sie die Teilnehmer der zweiwöchigen Kurse ausführlich über das Verhalten der Tiere. Diese Vorträge und einen Teil der Whalewatching-Fahrten betreuen freiwillige Helfer, die ihre Ferien für Katharina Heyer und ihre Stiftung investieren.

Die Whalewatching-Touren dienen nicht nur der Finanzierung der Stiftung. Bei jeder Fahrt zeichnen die Biologen eine Fülle von Daten auf und dokumentieren jede Sichtung. Mittels Fotos lassen sich einzelne Wale identifizieren.

Die Auswertung der gesamten Daten bietet oft Überraschungen für die Heyer und Senn. In der 13 Kilometer engen Straße von Gibraltar leben erstaunlich viele Wale. Sieben Arten von Meeressäugern sind hier regelmäßig zu finden. Dazu zählen Grind- oder Pilotwale, Finnwale, Pottwale, viele Delfine und sogar Orcas. Die Killerwale kommen aus dem Norden extra zum Jagen nach Gibraltar.

Dabei ist die Meerenge die am meisten befahrene der Welt: Jährlich durchpflügen 80.000 Schiffe die Straße von Gibraltar. Die Meeressäuger scheint das nicht zu stören. Was sie allerdings stört, sind die Fischer von Tarifa. Die Thunfische, die dort gefangen werden, gehören zu den größten des Mittelmeeres. Die werden meist mit schonenden Methoden gefangen, doch weil die Wale Fische fressen, gibt es manchmal Konflikte. Durch das Whalewatching haben manche Fischer gelernt, dass die Wale nicht nur Geld kosten, sondern auch welches einbringen. Und so findet man sich langsam sogar mit den Orcas ab, die manchmal ganze 300-Kilo-Thunfische "klauen".

Schwerpunkt
Schlaue Meeressäuger weiter unter Beschuss<´br>Für die Wale wird die Lage immer bedrohlicher: Die 85 Mitgliedstaaten der Walfangkommission konnten 2009 auf ihrer Jahrestagung in Portugal keine Fortschritte erzielen. Südkorea will direkt auf die Jagd gehen.
Kinostart / Trailer
Die Naturschützerin Katharina Heyer führt einen einsamen und wohl auch aussichtslosen Kampf, den Regisseur Daniele Grieco einfühlsam filmisch begleitet hat: In der nährstoffreichen und von etlichen Walen bewohnten Straße von Gibraltar kreuzen täglich mehr als 300 Tanker und Frachter. Sie verletzen und töten die Tiere mit ihren Schiffschrauben, oder die Wale sterben weil sie den Plastikmüll fressen, der von den Besatzungen über Bord geworfen wird. Die übermäßige Befischung der Gewässer raubt den Tieren zudem ihre Nahrung, sie sind vom Aussterben bedroht. Heyer hat 1998 eine Stiftung gegründet, um dem allen den Riegel vorzuschieben, vergebens. Auch ihr Versuch, ein Walhospital für verletzte Tiere einzurichten, scheiterte an der Verzögerungstaktik der Behörden und trieb die Schweizerin in den finanziellen Ruin. Heute hat sie zwar einen neuen Investor gefunden, doch ihre Zukunft ist unsicher. Die Doku verzichtet auf Horrorbilder sondern zählt nüchtern die Fakten auf. Dies wirkt umso eindringlicher. (The Last Giants - Wenn das Meer stirbt, Deutschland 2009, 90 Min., FSK ab 6, von Daniele Grieco)
Kulturzeit
Riesen der Meere - Die gefährdeten Wale vor Gibraltar
06.11.2003, zuletzt aktualisiert am 17.09.2009 / mm, mp