Zürcher machen aus Darmkameras winzige Roboter
Das kleine Aufnahmegerät erspart das unangenehme "Schlucken" des Endoskops
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"Wir haben ein System entwickelt, das erlaubt, dass sich mehrere Darmkapseln zu einem komplexen System zusammenbauen", schildert der Zürcher Robotiker Zoltan Nagy. In neun von zehn Fällen schließen sich die Kapseln in der richtigen Reihenfolge zusammen. Mediziner in Lausanne behandeln jedes Jahr 150 Patienten mit der Darmkamera. Der Patient braucht keinen "Schlauch" mehr zu schlucken, an dessen Ende eine endoskopische Kamera Bilder der Magenwand aufnimmt.
Stattdessen funkt die Kapsel, die mit Minikamera und Lichtquelle ausgerüstet ist, bei ihrem natürlichen Weg durch den Verdauungstrakt Bilder aus dessen Innerem nach draußen. Bis zu gut fünf Stunden zeichnet das System Bilder auf. Derweil kann der Patient, ähnlich wie bei einem Langzeit-EKG (Elektrokardiogramm), seinen gewohnten Aktivitäten nachgehen. Nach durchschnittlich 24 Stunden hat die Kapsel ihre Reise durch den Körper beendet und verlässt ihn auf natürlichem Wege.
Bisherige endoskopische Untersuchungen des Verdauungstraktes sind sehr unangenehm, weil dem Patienten ein flexibler Schlauch mit Kabeln und Lichtleitern zur Versorgung des Instruments eingeführt wird. Mit technischen Tricks hatten die englische und israelische Forscher um Paul Swain vom "Royal London Hospital" Energieverbrauch und Größe von Videokamera und Lichtquelle extrem reduziert. Außerdem pflanzten sie der Hightech-Kapsel einen winzigen Videosender ein - elektrische Kabel wurden überflüssig. Die Kapsel überträgt die Videosignale an einen Rekorder, den der Patient am Körper trägt.
Bochumer suchen per Minikamera nach Dünndarmtumoren
Forscher in Bochum testen eine Minikamera, mit der man Tumoren im Dünndarm schon im Anfangsstadium erkennen kann. Bei einer frühen Diagnose ist Darmkrebs, an dem jährlich rund 57.000 Menschen in Deutschland neu erkranken, heute oft heilbar. 50.000 Bilder schießt die Minikamera auf ihrer Reise durch den Dünndarm. Anschließend können krankhafte Veränderungen im Dünndarm als Film sichtbar gemacht werden. Ein Softwareprogramm zeigt den Standort und schneidet die Einzelbilder zu einem Film zusammen. Die Bildqualität ist so gut, dass der Arzt auch die kleinsten Polypen, bevor sie zu Krebs mutieren, ohne Probleme orten kann.
Im Dickdarm funktioniert sie nicht, weil dort Stuhl die Darmschleimhaut verschmutzt und die Kapsel durch die Verschmutzung blind wird. Speiseröhre und Magen können viel besser mit einem Endoskop untersucht werden.


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Tumor im Gedärm: Darmkrebs ist häufigste Leiden


Ein Prototyp soll bereits im Auge verstopfte Venen wieder freimachen. "Der Roboter ist ungefähr 50 Mikrometer lang, gerade einmal die Hälfte des Durchmessers eines Haares", schildert Li Zhang. Drehbare Magnetfelder bewegen den Roboter.


Iddan G et al (2000) Wireless capsule endoscopy. Nature 405: 417

Krebserkennung per Stuhlprobe
Schmerzfreie Darmkrebsvorsorge
Darmspiegelung könnte viele Leben retten

10.09.2003, zuletzt aktualisiert am 03.03.2009 / mp mit Material von dpa
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