Gewunden
Die meisten Schneckenhäuser winden sich im Uhrzeigersinn - also nach rechts
Schnecken sind in aller Regel rechtsdrehend
Das harte Haus schützt die inneren Organe der Tiere
"Es gibt eigentlich keinen biologischen Grund, warum die Schnecken rechts oder links gewunden sind" sagt Anita Eschner, Kuratorin der Sammlung Mollusca im Naturhistorischen Museum Wien.
"Mehr als 90 Prozent der Schnecken weltweit sind rechts gewunden und die Linksgewundenen bilden die kleine Minderheit." Artspezifisch windet sich die Schließmundschnecke (Clausiliidae) nach links, bei der Weinbergschnecke (
Helix pomatia
) kommt auf zehn Millionen Vertreter eine linksgewundene. Der Volksmund nennt diese bei Sammlern begehrten Tiere "Schneckenkönige". "Das kann auf Mutationen oder das
Genom
des Muttertieres zurückzuführen sein", so Eschner.
Das Schneckenhaus schützt die empfindlichen inneren Organe der Schnecke, die im Eingeweidesack liegen. In der Entwicklung des Embryos drehen sich Eingeweidesack und Mantel um die Längsachse des wachsenden Hauses. Da kalkhaltige Nahrung wichtig ist, müssen die frisch geschlüpften Schnecken erst einmal die eigene Eierschale fressen. Die Tiere produzieren einen Kalkbrei, den sie durch Drüsen auf dem Rücken ausscheiden. Gleichzeitig werden Proteine produziert, die den Kalkbrei erstarren lassen. Windung um Windung baut die Schnecke so an ihr Haus an; entsprechend ihres eigenen Wachstums werden die Windungen immer breiter.
Die Zahl der Bänder und die farbliche Anpassung der Schnecken an Lebensraum und Klima sind ein Beispiel für Evolution: Ihre Gehäuse sind gelb, rot oder braun, haben bis zu fünf farbige Bänder und dienen dem Schutz und der Tarnung. Die Farbe des Schneckenhauses beeinflusst auch die Temperatur der Schnecke. Zahlreiche Fossilienfunde belegen, dass schon in der Kreidezeit schneckenartige Lebewesen mit gewundenem Gehäuse lebten.
Die Frage
"Wie entsteht ein Schneckenhaus?"
(Annett Heinze, Suhl; Barbara Kümpel, Köln; Benjamin Meyer, Berlin)
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10.06.2003, zuletzt aktualisiert am 02.10.2009 / mp