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Auf der Halbinsel Masoala entsteht der größte Nationalpark Madagaskars. Mit einer Fläche von 2300 Quadratkilometern beherbergt er die Hälfte der gesamten madagassischen Flora und Fauna. Das Herzstück, der Masoala-Regenwald, soll jetzt erweitert werden um ein weiteres artenreiches Biotop: die Korallenriffe. Das allerdings mit ausländischem Geld, denn Madagaskar ist eines der ärmsten Länder der Welt. | ||||||||||||||||
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Drei an den Masoala-Wald angrenzende Meeresreservate sollen die Korallenriffe vor der Überfischung schützen. Die Korallenriffe vor Madagaskar gehören zu den unberührtesten tropischen Riffen im Indischen Ozean. Die Vielfalt der Flora und Fauna ist vergleichbar mit der Vielfalt eines Tropenwaldes. Verschiedene Korallenarten bieten Unterschlupf für die heranwachsenden Fische und Schutz vor größeren Räubern.
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Entlang einer Querschnittslinie wird nun eine genaue Bestandsaufnahme erstellt. Mehr als 140 verschiedene Korallenarten haben die beiden Biologen Jean Jacques Be und Charles Lope in den Riffen vor Masoala bis heute bestimmt. | ||||||||||
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Rund 370 Fisch- und Krustentierarten sind in diesem Schutzgebiet zu Hause. Die neueste Bestandsaufnahme zeigt, dass sich der Schutz der letzten Jahre positiv auf die Bewohner des Meeresreservates auswirkt. Innerhalb der Schutzzone ist die Artenvielfalt noch intakt. Doch die Überfischung außerhalb der Reservate bedroht zunehmend auch diese letzten Rückzugsgebiete.
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Die flachen Lagunen der Korallenriffe sind ein ergiebiges Jagdgebiet für die Fischer von Masoala. Mit ihren schmalen Einbäumen durchkämmen sie das glasklare Wasser und suchen ihre Beute unter den Korallenstöcken. | ||||||||
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Doch diese Art der Fischerei ist für das Korallenriff tödlich, da Stangen und Harpunen bei jedem Einsatz die zerbrechlichen Korallen zerstören. So entstehen Schäden, die sich Tag für Tag wiederholen und auf Dauer nicht nur das Riff, sondern auch die Lebensgrundlage der Fischer gefährden. Denn die Menschen in Madagaskar sind auf die Nutzung der natürlichen Ressourcen angewiesen.
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Der erst wenige Jahre alte Nationalpark steht unter zunehmendem Druck der wachsenden Bevölkerung. Immer wieder stoßen die Parkwächter auf neue Rodungen. Mit Hilfe des Satellitennavigationsgeräts wird der Flächenverlust berechnet. | ||||||||||
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Das Holz aus den Wäldern ist billiger Rohstoff. Deshalb hat der Nationalpark mit einer Informations-Kampagne begonnen. Die Lokalbevölkerung für den Schutz seltener Baumarten zu sensibilisieren, ist keine leichte Aufgabe, denn hier wird die Natur seit je her genutzt. Noch ist die Vielfalt im Nationalpark von Masoala so reich wie nirgendwo in Madagaskar.
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Dass diese Vielfalt von größter Bedeutung ist, weil die meisten Tiere und Pflanzen auf Madagaskar nirgendwo sonst auf der Welt vorkommen ist eine westliche Betrachtungsweise und den Menschen dieser Insel fremd. | ||||||||
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Noch ernährt das Naturparadies seine Bewohner. Doch die Übernutzung der natürlichen Wasser- und Landressourcen haben vielerorts erschreckende Ausmaße angenommen. Madagaskar gehört zu den ärmsten Ländern der Welt, und für den Naturschutz fehlt es dem zerrütteten Land an Geld und Infrastruktur. | ||||||||||
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14.05.2003
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