Credo gescheitert: Die DNA ist für Überraschungen gut
Selbst der genetische Code der Lebewesen ist nicht so universell wie gedacht
"DNA macht RNA macht Protein", so lautete lange das Credo der Genetiker. Doch die Forschung hat ergeben: Ganz so einfach ist es nicht, die DNA hat noch so manche Überraschung parat. Es fing damit an, dass man feststellte, dass viele Bereiche der DNA überhaupt nicht für Gene kodierten, sondern fast schon evolutionärer Müll sind oder Sonderfunktionen besitzen wie die Endstücke der Chromosomen, die Telomere, die vermutlich für eine sichere Vermehrung bei jeder Zellteilung stehen.
So könnten sie auch in einem Zusammenhang mit dem Altern stehen. Weiterhin fand man Introne, kurze DNA-Stücke, die bei zwar bei der Transkription mit abgeschrieben werden, aber vor der Translation in das Proteinprodukt aus der Boten-RNA "geworfen" werden.
Und manchmal gibt es auch gewollte Lesefehler: Dann steht ein Abschnitt der DNA nicht für ein Protein, sondern auch für mehrere. Selbst der genetische Code der Lebewesen ist nicht universell: Man musste feststellen, dass er es im Grunde ist, aber manche Lebewesen "Korrekturmechanismen" eingebaut haben, so dass der eigentliche Code anders gelesen wird. Selbst wenn die RNA den Zellkern zuverlässig verlässt, kann es sein, dass bestimmte Enzyme sie "abfangen" und so die Translation verhindern.
Die DNA ist auch nicht einfach "Kopiervorlage" für die "Betriebsanweisungen" der Zelle, sondern kann sich auch selbst gegen ein Ablesen sperren - durch physikalische Aufwickelung oder durch Methylierung von einzelnen Abschnitten.
Epigenetik
Der Methyl-Faktor

25.04.2003, zuletzt aktualisiert am 11.03.2008 / nano online / mp
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