Intelligente Vögel im Fokus
Vögel überraschen: Intelligenz spricht man eigentlich nur den Primaten zu
Von wegen Spatzenhirn
Das Federvieh bringt erstaunliche Lernleistungen
Auch Vögel bringen besondere Lernleistungen. Einige sind sogar fähig zu einfachem Transfer - Tauben können sogar Fotos unterscheiden.
Schlau und sozial
"Dohlen könne sich in ihr Gegenüber hineinversetzen und dessen Absichten verstehen", so die Verhaltensbiologin Dr. Auguste von Bayern.
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Auch die Politik der Raben kennt Koalitionen
Raben schmieden Allianzen - wenn's ums Futter geht, aber auch, um andere zu vertreiben oder um sonst ein Ziel zu erreichen. Die Vögel "haben eine komplexe Sozialstruktur", berichtet die Biologin Anna Braun.
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Intelligente Papageien bevorzugen einen Fuß
Wenn ein Papagei einen seiner Füße bevorzugt, um bestimmte Aufgaben durchzuführen, lässt das Rückschlüsse auf den Grad der Intelligenz des Tieres zu, wie australische Forscher herausgefunden haben.
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Die Krähe nutzt bis zu drei Werkzeuge in Folge
Einige Krähen können drei Werkzeuge zielgerichtet hintereinander nutzen, um an einen Leckerbissen zu gelangen. Manche der Vögel brauchen für diese Fähigkeit nicht einmal zu üben, so Forscher der Uni Oxford.
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Größere Spatzenscharen lösen Probleme schneller
Je größer eine Gruppe von Spatzen (
Passer domesticus
), desto besser löst sie Probleme. András Liker und Veronika Bókony beobachten, dass die größeren Gruppen häufiger und schneller Futter finden als versprengte Häuflein. Die Forscher setzten Sperlinge in Gruppen von sechs oder zwei Vögeln in spezielle Container: Darin befand sich vertrautes Futter, aber mit einem den Tieren unbekannten Öffnungsmechanismus versehen. Die Gruppen mit sechs Vögeln öffneten die Container vier Mal häufiger und elf Mal schneller als die Kleingruppen.
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"Schwanzkamera" zeigt, Krähen und Werkzeuge
Eine Krähe hat sich erstmals selbst dabei gefilmt, wie sie Werkzeuge zur Futtersuche nutzt. Forscher um den Deutschen Christian Rutz von der Universität Oxford hatten dazu winzige Kameras auf die Schwanzfedern der scheuen Neukaledonien-Krähen geklebt. Die Bilder zeigen, dass die Vögel Stöckchen zu Hilfe nehmen, um an Maden und Käfer zu gelangen. Auch trockene Grashalme, Blattstängel und -stücke kamen beim Stochern im Waldboden und in verrottendem Holz zum Einsatz.
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"Tauben besitzen erstaunliche visuelle Fähigkeiten"
Haustauben (Columba livia) können Menschen auf Bildern identifizieren, selbst wenn den Abgebildeten der Kopf entfernt worden ist - und sie können sogar in Punktwolken menschliche Bewegungen von zufälligen Mustern unterscheiden. Das haben Wissenschaftler um den Kognitionsbiologen Ludwig Huber von der Universität Wien herausgefunden: "Die Taube besitzt eine Reihe visueller Fähigkeiten, die wir Menschen lange nur uns selbst zugeschrieben haben."
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Forscher finden "Neugier-Gen Drd4" bei Kohlmeisen
Max-Planck-Wissenschaftler haben bei Kohlmeisen (
Parus major
) ein Neugier-Gen nachgewiesen. Das Gen mit der Bezeichnung Drd4 enthalte die Bauanleitung für einen Rezeptor, der im Gehirn Andockstelle für das Hormon Dopamin ist, berichtete die Max-Planck-Gesellschaft in München. Bei Vögeln mit einer bestimmten Variante dieses Rezeptors beobachteten die Wissenschaftler ein deutlich ausgeprägteres Erkundungsverhalten als bei Vögeln mit anderen Formen des Gens.
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Trauerschnäpper meiden Radioaktivität
Trauerschnäpper (
Ficedula hypoleuca
) und Kohlmeisen (
Parus major
), die in der Nähe des Unglücksreaktors Tschernobyl nisten, suchen sich bevorzugt Nester mit geringer Strahlenbelastung. US-amerikanische und französische Forscher verteilten Nistkästen in einem Waldgebiet nahe dem ehemaligen Atomreaktor. Die Belastung mit radioaktiver Strahlung hatte sich in der näheren Umgebung dort 1986 nicht gleichmäßig verteilt, so dass einige Gebiete stärker und andere weniger stark belastet sind.
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Kanadakleiber entschlüsseln Warnrufe von Meisen
Kleiber können die Warnrufe von Meisen abhören und entschlüsseln. US-Forscher haben mit dieser Beobachtung nach eigenen Angaben erstmals nachgewiesen, dass Tiere die Alarmlaute einer fremden Art nicht nur erkennen, sondern auch den Inhalt deuten können. Der Kanadakleiber (
Sitta canadensis
) versteht die differenzierten Warnsignale der Schwarzkopfmeise (
Poecile atricapillus
)und reagiert darauf entsprechend. Sie hören auch die Informationen mit, die die Meisrufe transportieren.
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Hühner informieren andere per Gackern über Futter
Hühner teilen ihren Artgenossen per Gackern mit, wenn sie ein Korn gefunden haben. Ähnlich wie Primaten, informierten sich die Vögel gegenseitig über Futterstellen, berichten australische Forscher. Je nach Futterart wählten Hühner dafür bis zu zwanzig verschiedene Töne, sagte Christopher Evans von der Macquarie Universität in Sydney. "So gackern die Hühner bei Mais anders als bei ihrem normalen Futter." Dies ist der erste Nachweis inhaltlicher "Unterhaltung" bei Nicht- Primaten, schreiben die Wissenschaftler.
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Kolibris erinnern sich an Zeit und Ort ihrer Mahlzeiten
Kolibris (
Selasphorus rufus
) können sie sich genau daran erinnern, wann und wo sie das letzte Mal Nektar zu sich genommen haben - eine komplexe Gedächtnisleistung, die bisher nur Menschen nachgesagt wurde. "Dies zeigt uns, dass Tiere ein komplexeres Erinnerungsvermögen haben als wir dachten", sagte der Co-Autor der britisch-kanadischen Studie, Andrew Hurly von der Uni Lethbridge (Kanada). Das Forscherteam verfolgte drei männliche Kolibris während ihres Sommerzuges durch die Rocky Mountains.
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Reisfinken unterscheiden Englisch und Chinesisch
Mit Hilfe von Märchen-Hörbüchern haben japanische Forscher bei Reisfinken ein Unterscheidungsvermögen zwischen verschiedenen Sprachen nachgewiesen. Den Prachtfinken (
Padda oyzivora
) wurden die japanischen Märchen "Ich bin eine Katze" und "Das Märchen von Genji" auf englisch und chinesisch vorgespielt. Die Reisfinken bekamen laut Versuchsanordnung zunächst nur dann etwas zu picken, wenn sie die englische Fassung eines Märchens geduldig zu Ende angehört hatten.
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