Die alten Ägypter haben schon chirurgische Eingriffe am Kopf vorgenommen, wie der Münchner Pathologe Andreas Nerlich an der mumifizierten Leiche eines Mannes beweisen konnte. Am Schädel der Mumie wurde zu Lebzeiten eine Kopfverletzung fachmännisch versorgt - die Haut aufgeschnitten, Knochensplitter entfernt und die Wunde wieder vernäht. Damit waren die Ägypter vor 3000 Jahren schon weiter als ihre europäischen Kollegen Anfang des 20. Jahrhunderts. Seine Computertomographie-Bilder beweisen auch, dass einer Frau der rechte Großzeh durch eine Holzprothese ersetzt worden ist. "Dieser musste zu Lebzeiten amputiert worden sein. Das sehen wir zum einen im gut verheilten Amputationsstumpf", so Nerlich. "Benutzungsspuren zeigen, dass die Prothese in der Tat auch benutzt worden ist." Röntgenbilder zeigten, dass der Knochen sich angepasst und mit einem knöchernen Auswuchs reagiert habe.