Bereits die Melodie der Säuglings-Schreie kann Hinweise auf die spätere Sprachfertigkeit geben. Je variantenreicher ein Baby in den ersten Wochen weinte, desto mehr Wörter habe dieses mit 18 Monaten spontan produzieren können. Das sagt Kathleen Wermke von der Universität Würzburg. Umgekehrt könnten fehlende Melodiemuster auf spätere Schwierigkeiten beim Sprachenlernen hindeuten. "Wir möchten das Wissen nutzen, um frühe Therapiekonzepte zu entwickeln", sagte Wermke. Kinder, die nicht sehr moduliert schreien, könnten beispielsweise mit dem Vorspielen von musikalischen Übungen gefördert werden. Wermke hatte zunächst die Laute der Babys, etwa bei Langeweile, ausgewertet. Aus den Schrei- und Weinmustern wurden "Melodien" heraus gefiltert. Während der Melodienbogen zunächst nur einfach steigend und fallend sei, gestalte sich dieser schon von der zweiten Lebenswoche an komplexer, sagte Wermke.