Eigene, geklonte Immunzellen helfen Hautkrebspatienten
Nach nur zwei Monaten seien die Tumoren des 52-jährigen Mannes verschwunden
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Im Juni 2008 haben Wissenschaftler um Cassian Yee vom Fred-Hutchinson-Krebsforschungszentrum in Seattle nach eigenen Angaben erstmals einen Hautkrebspatienten mit eigenen, geklonten Immunzellen erfolgreich behandelt. Nach nur zwei Monaten seien die Tumoren des 52-jährigen Mannes verschwunden. Der Krebs habe zuvor sogar schon in die Lungen gestreut. Die Forscher hatten dem Patienten T-Zellen entnommen und sie außerhalb seines Körpers vermehrt.
Danach injizierten sie ihm die geklonten Zellen wieder zurück. "Wir wissen: T-Zellen töten Tumorzellen ab", so Yee. "Darum klonen wir die am besten geeigneten T-Zellen in großer Zahl. In diesem Fall waren es mehrere Milliarden Zellen." Der Melanom-Patient bekam geklonte CD8-T-Zellen, die vor allem gegen ein spezifisches Tumorprotein gerichtet waren. Diese werden nach der Injektion Teil des bestehenden Immunsystems.
Auch zwei Jahre nach diesem Eingriff haben die Forscher bei dem Mann keine Krebszellen mehr entdeckt. "Wir waren selber überrascht von dem Anti- Tumor-Effekt dieser T-Zellen und von der Dauer dieser Reaktion", sagte Yee und schränkte zugleich ein: "Für diesen einen Patienten waren wir nun erfolgreich, jetzt müssen wir die Effektivität der Therapie in einer größeren Studie bestätigen." "Unser großes Ziel ist es, T-Zellen zu züchten, die eine Art Gedächtnis haben und dafür sorgen, dass nach der Zerstörung des Hauptumore keine neuen Tumore nachwachsen."
2000 haben Ärzte der Hautklinik der Berliner Charité an 16 Patienten mit schwarzem Hautkrebs die Immuntherapie in einer ersten Studie erfolgreich erprobt. Die Arbeitsgruppe der Klinik hatte dafür einen Hybrid-Impfstoff eingesetzt. Sieben der zehn Patienten reagierten günstig auf die Impfung: Einer erlebte die vollständige Rückbildung seiner Metastasen, ein anderer eine weitgehende Reduktion und bei fünf Patienten kam es zum Stillstand der Krankheit. Die Nebenwirkungen seien gering gewesen und hätten dem entsprochen, was von einer heftigen Immunreaktion zu erwarten ist.
Der Mannheimer Mediziner Dirk Schadendorf gewinnt den für jeden Melanom-Patienten individuellen Impfstoff, indem er aus dem Blut entnommene Immunzellen mit Tumorantigenen belädt.
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US-Forscher haben 2006 Immunzellen von Krebspatienten gentechnisch aufgerüstet und damit in einem kleinen Versuch Tumoren schrumpfen lassen. Bei 2 von 17 Patienten verkleinerten die aufgerüsteten weißen Blutkörperchen die Pigmentzellgeschwülste (Melanome) so weit, dass sie herausoperiert werden konnten. Bei den restlichen 15 Patienten habe ein Teil der Tumorbekämpfungszellen mindestens zwei Monate lang überlebt, berichten die Forscher. Verglichen mit herkömmlichen Verfahren habe die Methode zwar nur begrenzten Erfolg gezeigt, berichten die Forscher um Steven Rosenberg vom Krebsforschungszentrum der US-amerikanischen National Institutes of Health in Bethesda (US-Bundesstaat Maryland). Jedoch biete die biologische Krebstherapie eine Chance für jene Patienten, bei denen herkömmliche Verfahren nicht anwendbar seien.
Für den Versuch entwickelte das Team um Rosenberg eine neue Methode zur Aufrüstung körpereigener Immunzellen. Zuerst entnahmen sie den Patienten Blut und filterten T-Zellen heraus. In einem nächsten Schritt schleusten sie Gene für einen Rezeptor, der Tumorzellen erkennt, in die Zellen ein. Diese entwickelten sich daraufhin zur effektiven Anti-Tumor-Waffe: Im Reagenzglas erkannten und zerstörten sie Zellen verschiedener Tumoren - vom Brustkrebs bis zum Leberkrebs. Die veränderten Immunzellen spritzten die Mediziner den Patienten anschließend zurück.
Bei zwei Männern sei diese Methode besonders erfolgreich gewesen, schreiben die Forscher. Die Tumoren begannen zu schrumpfen und konnten schließlich herausoperiert werden. Auch anderthalb Jahre nach der Behandlung seien bei beiden Patienten keine neuen Anzeichen der Krankheit entdeckt worden, heißt es in "Science".


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Morgan RA et al (2006) Cancer Regression in Patients After Transfer of Genetically Engineered Lymphocytes. Epub DOI: 10.1126 / science. 1129003


Hunder NN et al (2008) Treatment of Metastatic Melanoma with Autologous CD4+ T Cells against NY-ESO-1. New England J Med 358: 2698 - 2703

"New Method of Gene Therapy Alters Immune Cells for Treatment of Advanced Melanoma; Technique May Also Apply to Other Common Cancers" von den US-amerikanischen Gesundheits-Instituten
"Forscher bilden Immunzellen zu Krebskillern aus" von "Bild der Wissenschaft"

06.03.2000, zuletzt aktualisiert am 24.04.2009 / mp mit Material ovn dpa
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