Pinguine Video
Einsamkeit ist für Pinguine nicht gut, weil sie sonst ziemlich frieren müssten
Des Pinguinhaufens Kern
Kleine Wellen bringen jeden einmal in die Mitte
Wenn Pinguine sich wegen der Kälte in wärmenden Haufen, "Huddles", versammeln, darf im Lauf der Zeit jeder einmal in die Mitte, um sich dort zu wärmen.
Dabei stehen die Pinguine so dicht, dass einzelne Tiere sich nicht bewegen können. "Die Tiere machen alle 30 bis 60 Sekunden einen kleinen Schritt", erläutern Daniel Paranhos Zitterbart und Klemens Pütz von der Uni Erlangen-Nürnberg. "Eine Reihe fängt sich an zu bewegen. Dann pflanzt sich eine Art Welle durch den gesamten Huddle fort. Über diese ganz vielen kleinen Bewegungen im Laufe von Stunden kann man eine komplette Reorganisation des Huddles erreichen, und der Huddle kann sich als Ganzes bewegen."

Kaiserpinguine stehen in einem ausgebildeten Huddle bei Temperaturen von minus 50 Grad und Windgeschwindigkeiten von 180 Kilometern pro Stunde. Durch das enge Zusammenrücken entstehen im Inneren des Huddles Temperaturen von bis zu 37 Grad.

Über die Beine dringt nur wenig Kälte ein: Muskeln an der Arterie im Fuß können sich zusammenziehen. So fließt weniger warmes Blut vom Körperkern über die Fäße ab. Zudem sorgt ein Venennetz für den Wärmeaustausch: Blut, das in den Fuß strömt, erwärmt das zurückfließende, kühlt dabei aber selbst schon ein wenig ab.

Um Bewegungsprofile der einzelnen Pinguine zu erhalten, haben die Forscher helle Seitenflecken am Kopf der Tiere mit einem Bildverarbeitungs-Algorithmus verfolgt. Zitterbart hat mehr als ein Jahr lang an der Deutschen Antarktis-Station "Neumayer" als Mitglied eines neunköpfigen Überwintererteams als Physiker gearbeitet und sich den langen antarktischen Winter mit dem Forschungsprojekt verkürzt.

Zitterbart entwickelt eine fernsteuerbare Pinguin-Beobachtungsstation für den dauerhaften Einsatz in der Antarktis, um die Tiere zu überwachen und so zu schützen. Er ist auch Initiator einer weltweiten Initiative zur Kartierung der Biodiversität.

Interaktiv
Forschung eiskalt
27 Länder unterhalten insgesamt 80 Forschungsstationen in der Antarktis. Die Hälfte ist ganzjährig besetzt, die restlichen nur im antarktischen Sommer von November bis Februar.
Literatur
Zitterbart DP et al (2011) Coordinated Movements Prevent Jamming in an Emperor Penguin Huddle. PLoS ONE 6: e20260
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