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Wirtschaft und Kommune suchen gemeinsam Energiesparpotenziale und Geld
Bürger gewinnen an der Sanierung ihrer Schulen
"Bürger-Contracting" bringt Geld fürs Energiesparen
Bürger strecken Schulen das Geld für die Sanierung vor: Beim "Bürger-Contracting" erwerben die Bürger Anteilsscheine. Mit diesem Geld sanieren sich die Schulen, die so Energie und Kosten sparen können.
Dieses Geld bekommen die Bürger zurück. Das Umweltbundesamt (UBA) sah schon 2000 bei vielen öffentlichen Gebäuden noch ein großes Potenzial zur Einsparung von Energie. Eine Senkung des unnötigen Energieverbrauchs sei selbst bei heutigen niedrigen Preisen noch wirtschaftlich, argumentierte das UBA bei der Vorstellung des Ratgebers "Energie-Contracting".

"Das Modell kann man nicht nur auf das 'Bürger-Contracting' anwenden, sondern wir haben in der Industrie, im öffentlichen Bereich und in allen Haushalten hohe Effizienzpotenziale, mit denen man Gewinn erschließen kann", hofft Dieter Seifried vom Wuppertal-Institut.

Engelskirchener sanieren ihr Aggertal-Gymnasium
Schule wird saniert Lupe
Alles neu macht das Contracting
So hat auch Engelskirchen sein Aggertal-Gymnasium saniert. "Die Gemeinde ist seit Jahren im Nothaushalt und hätte solche großen Investitionen niemals stemmen können", meint Physiklehrer Helmut Schäfer. Seit 2002 hat die Schule die alten Lampen durch ein modernes Beleuchtungssystem ersetzt. Bewegungsmelder registrieren, ob jemand im Raum ist. Bei Tageslicht dimmt das System die Helligkeit automatisch. "Das Licht ist deutlich besser als vorher und wir sparen 75 Prozent Strom", sagt Energieberater Detmar Schaumburg.

"Die größte Einsparung kommt aber eindeutig aus dem Blockheizkraftwerk", so Schaumburg. "Wir produzieren mit dieser Maschine im Haus Strom. Und da dieser Strom im Kraftwerk nicht mehr produziert werden muss, ergibt sich zumindest rechnerisch eine Kohlendioxid-Einsparung von 80 bis 90 Prozent." Hinzu kommt die Solaranlage auf dem Dach: "Wir haben den Stromverbrauch des Gebäudes auf die Hälfte reduziert." Zwei Drittel des verbleibenden Verbrauchs stammen aus der Solaranlage.

Bund gibt 5,5 Milliarden Euro für Umweltschutz
Die Bundesregierung gibt 2009 5,5 Milliarden Euro für Umweltschutz aus. Diese Zahl nannte das Umweltministerium bei der Vorstellung der neuen Broschüre "Umweltschutz schafft Perspektiven". Davon fließen allein vier Milliarden Euro in den Klimaschutz, ein großer Teil davon in die Sanierung von Wohngebäuden, Schulen oder Kindertagesstätten, wie die parlamentarische Staatssekretärin Astrid Klug sagte. Insgesamt arbeiten nach Angaben des Ministeriums 1,8 Millionen Menschen im Umweltschutz, 250.000 davon in der Bereitstellung erneuerbarer Energien. Bis 2020 sollen 400.000 weitere Arbeitsplätze hinzu kommen, bis 2030 sogar 900.000.

Klug begründete diese Erwartung mit den Beschlüssen zum Klimaschutz- und Energieprogramm, die allein bis 2020 Investitionen von 400 Milliarden Euro auslösen sollen. Klug beteuerte, dass gerade in Zeiten der Krise Investitionen in Umwelt- und Klimaschutz besonders wichtig seien. Die Umstellung auf eine sparsame Nutzung von Energie und Rohstoffen könne helfen, "gestählt aus der Krise" hervorzugehen.

Sie räumte ein, dass die laufenden Konjunkturprogramme nicht in allen Punkten den Wunschvorstellungen von Umweltpolitikern entsprechen, so bei den hohen zusätzlichen Investitionen für Straßenbau, in den dieses Jahr ebenfalls 5,5 Milliarden Euro fließen. Andere Punkte wie die Gebäudesanierung entsprächen aber durchaus den Kriterien der Nachhaltigkeit, sagte Klug. Die Broschüre, die in einer Auflage von 7000 Stück erscheint, versucht anhand einzelner Themen wie Klima- oder Artenschutz darzulegen, dass sich Umweltschutz lohnt und welche Aufgaben das Umweltministerium für die nächsten Jahre dabei sieht.

69 Klimaschutz-Projekte in NRW
Für die energiesparende Sanierung von 69 Schulen und Kindertagesstätten in NRW stellten Land und Bund 2008 mehr als 86 Millionen Euro zur Verfügung. Die damit sanierten 52 Schulen und 17 Kindertagesstätten leisteten künftig "einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz", teilte seinerzeit Bauminister Oliver Wittke (CDU) mit. Mit dem kommunalen Anteil würden Investitionen in Höhe von mehr als 158 Millionen Euro angestoßen und Energiekosten "mindestens halbiert", sagte Wittke. Der Investitions- Pakt trage in vielen Kommunen zur Haushaltskonsolidierung bei. Zudem profitierten auch Mittelstand und Handwerk.
Links
Das Integrierte Energie- und Klimaprogramm der Bundesregierun
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05.06.2001, zuletzt aktualisiert am 13.10.2009 / mp mit Material von dpa