"Gang" und "Dong" Video
"Gang" und "Dong" machen auf die Universitäten Ostdeutschlands aufmerksam
Unis in Ostdeutschland werben um Studenten
Internetkampagne betont die Vorteile des Ostens
"Studieren in Fernost" - unter diesem Motto wollen die ostdeutschen Bundesländer Studierende nicht nach Asien, sondern an ihre Hochschulen locken. Seit April 2009 werben sie mit der Internet-Werbekampagne.
Die zwei Protagonisten "Gang" und "Dong" wollen Abiturienten den Universitäts-Standort Ostdeutschland schmackhaft machen. In Videofilmen besuchen die skurrilen Figuren verschiedene Universitäten, um so auf das Hochschulangebot der neuen Bundesländer hinzuweisen.

Über die Internetseite der Initiative könnten Interessierte auch in direkten Dialog mit den Hochschulen kommen, teilten die Länder mit. Die Kampagne wurde im Auftrag der Kultusministerien in den neuen Ländern und mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung entwickelt.

Außerdem wirbt die Aktion auf Plattformen wie "Schüler-VZ". Freiwillige wie Moritz Müller von der Uni Magdeburg geben Abiturienten Infos über ihre Universitäten. "Viele Leute aus Westdeutschland, die ich hier kennengelernt habe, haben anfangs immer gesagt, Magdeburg oder überhaupt Ostdeutschland, besteht aus Plattenbauten und die Leute dort sind alle griesgrämig oder Nazis oder ähnliches. Das ist objektiv einfach falsch."

Vier Prozent der westdeutschen Abiturienten gehen in den Osten, um gekehrt gehen 20 Prozent Ostdeutsche zum Studieren in den Westen Dabei sind die Wohnungen in Ostdeutschland deutlich günstiger und die Unis fordern keine Studiengebühren. "Das Leben hier ist preiswerter als im Westen", sagt Müller. "Gerade als Student ist das ein immenser Faktor und den möchte ich einfach nicht aufgeben."

"Wendeknick" erreicht ostdeutsche Universitäten
Leere Hörsaalbank Lupe
Verwaiste Bänke in den Hörsälen - an einigen Ost-Uni ein alltägliches Bild
Viele Universitäten wie auch die FH Brandenburg sind nach der Wende neu aufgebaut worden. "Der 'Wendeknick' kommt jetzt 20 Jahre nach der Wende an den Hochschulen an", sagt Hans-Georg Helmstädter, Präsident der FH Brandenburg. "Wir wissen ganz genau, dass sich bis 2013 die Studienanfängerzahl in Ostdeutschland auf weniger als die Hälfte reduzieren wird." Dadurch entstehe ein Druck auf die Hochschule. "Genauso wie in den vergangenen 15 Jahren erst die Kindergärten, dann die Grundschulen, dann die Gymnasien geschlossen wurden, könnte man sich vorstellen, dass jetzt auch die Hochschulen geschlossen werden. Für mich ganz persönlich eine Herausforderung, denn ich möchte nicht, dass diese Hochschule geschlossen wird."

Viele ostdeutsche Unis schneiden in Hochschulrankings positiv ab. Studenten dort haben weder mit überfüllten Hörsälen zu kämpfen noch müssen sie wochenlang auf einen Termin bei ihrem Dozenten warten. "Wir haben jetzt einen Stand erreicht, der 'state of the art' ist, was Technik betrifft",Alexander Urban vom Fachbereich Medieninformatik der FH Brandenburg. "Natürlich zieht das auch in der Folge Kollegen an, die sich dafür interessieren, die mitbekommen haben, dass wir so gut ausgestattet sind." So könnten über Mundpropaganda auch die Studierenden angesprochen werden, sobald sich die Qualität von Forschung und Lehre herumspricht.

"Wir wollen unser Hochschulmarketing ganz bewusst auf die Freizeitmöglichkeiten in Brandenburg an der Havel abstellen", sagt Helmstädter. "Freizeit in Brandenburg an der Havel heißt nun mal Wassersport. Wir müssen Rudern, Segeln, Kanu und Drachenbootrennen in unserem Hochschulmarketing einfach aufgreifen."

Rostock und Leipzig beliebteste Ost-Studienorte
Studenten sitzen vor Computern Lupe
Vor allem für Leizig und Rostock interessieren sich Studienanfänger
Die Universität Rostock ist unter Studieninteressierten die zweitbeliebteste Hochschule in Ostdeutschland. Dies teilte die Uni im 2009 unter Berufung auf Daten der Hochschulinitiative "Studieren in Fernost" mit. In dem Onlineportal hätten 2491 Studieninteressierte Rostock als ihre Wunschuniversität angegeben, nur Leipzig habe mit 2953 mehr Interessierte verbuchen können, hieß es. Für die mehr als 22.000 Anfragen standen 44 ostdeutsche Hochschulen zur Auswahl. Für alle sechs Hochschulen des Landes hätten sich insgesamt 5238 junge Leute interessiert, nur Sachsen habe mit 6879 besser abgeschnitten.

Die Universität Greifswald kam mit 1043 Klicks auf Platz 6. Für die Rostocker Hochschule für Musik und Theater (HMT) interessierten sich 615 Personen, dabei sei auffallend gewesen, dass es mehr west- als ostdeutsche junge Leute waren, teilte die Initiative mit. Für die Hochschule in Wismar wurden 610 Interessenten gezählt, für Stralsund 332 und Neubrandenburg 156.

Schwerpunkt
Uni 2000+: Hochschulen der Zukunft
Links
Portal "Studieren in Fernost"
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09.09.2009 / jus mit Material von epd / dpa