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So einfach wie Astronaut Edwin Aldrin kommt die Nasa nicht wieder zum Mond
Der Nasa fehlt Geld für Mond- und Marspläne
Auch Asteroiden sind so billig nicht zu beobachten
Wegen akuten Geldmangels steht die Zukunft der großangelegten Projekte der Nasa in den Sternen. Flüge zu Mond und Mars sind kaum zu bezahlen, haben Experten der US-Raumfahrtbehörde signalisiert.





Nasa will eine Station auf dem Mond errichten
Die US-Raumfahrtbehörde Nasa will bis 2020 eine dauerhafte Forschungsstation an einem der Pole des Mondes errichten. In einem ersten Schritt seien Erkundungsmissionen geplant und ab 2024 soll die Mondstation permanent mit Astronauten besetzt sein, um dann als Zwischenstopp auf dem Flug zu weiter entfernten Planeten dienen zu können, teilte die Nasa am Montag, 4. Dezember 2006 mit. Die Finanzierung ist noch ungeklärt. Die Station soll auch einmal als Basis für Flüge zum Mars dienen.

Am Süd- oder Nordpol solle für die Station eine fünf Kilometer lange Zone errichtet werden, sagte die Chefin der Mission, Shana Dale, im Raumfahrtzentrum in Houston (US-Bundesstaat Texas). An den Polen gebe es das meiste Licht für den Einsatz von Solarzellen. Darüber hinaus sei die Temperatur nicht ganz so frostig wie an anderen Punkten des Erdtrabanten. Eine dauerhaft bemannte Station sei aus Sicht der Forscher wie auch der Ingenieure die beste Lösung.

Seit 1972 gab es keine bemannte Mission mehr auf dem Planeten. Die Nasa wolle die Infrastruktur und Kommunikation in der Station aufbauen, sagte Missionschefin Dale. Die Nasa sprach von einer möglichen Ausbeutung von seltenen Gasen auf dem Planeten, wie zum Beispiel von Helium-3, ein auf der Erde seltenes Gas, das möglicherweise als nuklearer Brennstoff genutzt werden könnte.

Auch Deutschland will mit Milliarden zum Mond
Die Bundesregierung hat eine 1,5 Milliarden Euro teure Forschungsmission zum Mond vorgestellt. Nachdem ein ähnliches Projekt erst im Sommer 2008 auf Eis gelegt worden war, warb der Luft- und Raumfahrtkoordinator Peter Hintze (CDU) für eine neue, unbemannte Mission zum Mond etwa 2015. Deutsche Astronauten sollen nicht ins All fliegen. Ein Satellit soll den Mond umkreisen und eine Sonde ein Landefahrzeug mit Forschungslabor auf der Mondoberfläche absetzen. Das Projekt müsste von der neuen Bundesregierung nach der Wahl beschlossen werden. Union und FDP wollen sich bei einem Wahlsieg dafür stark machen.

Aus Sparzwängen hatte der frühere Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) im Sommer 2008 ein 350 Millionen Euro teures Mondprojekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) gestoppt. Der geplante "Lunare Erkundungsorbiter" (Leo) sollte vier Jahre den Erdtrabanten umkreisen. Die Sonde sollte unter anderem eine Karte der Oberfläche in nie gekannter Auflösung liefern.

Unklar ist, wie das von Hintze vorgestellte neue Mondprojekt finanziert werden soll. "Wir haben in diesem Jahr 5 Milliarden für die Abwrackprämie von alten Autos mobilisiert, dann werden wir ja doch für fünf Jahre auch 1,5 Milliarden vielleicht hinkriegen", sagte Wirtschaftsstaatssekretär Hintze.

Meilensteine der deutschen Raumfahrtgeschichte
Mai 2009  Die Europäische Raumfahrtorganisation Esa startet zwei ihrer bis dahin aufwendigsten Missionen zur Erforschung des Universums. Eine Ariane-5-Rakete bringt die Weltraumteleskope "Herschel" und "Planck" ins All. Etliche deutsche Forscher und Unternehmen sind an dem Projekt beteiligt, darunter das Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching bei München und Astrium Deutschland.
Dezember 2008 Europa bringt die dritte Generation der Wettersatelliten Meteosat auf den Weg. Von 2015 bis 2035 sollen insgesamt acht Satelliten Wettervorhersagen verbessern, Unwetter früher erkennen und detaillierte Angaben zu Klimaveränderung und Umwelteinflüssen liefern. Die Europäische Organisation für die Nutzung von meteorologischen Satelliten Eumetsat hat ihren Sitz in Darmstadt.
September 2008 Nach sieben Monaten im All verglüht der europäische Weltraumfrachter "Jules Verne" wie geplant mit 2,5 Tonnen Müll an Bord beim Eintritt in die Erdatmosphäre. Der von EADS in Bremen gebaute Frachter war Anfang März von Kourou aus mit einer Ariane-5-Rakete in den Weltraum gestartet. Als erstes europäisches Raumfahrzeug hatte es vollautomatisch an der Internationalen Raumstation ISS angedockt.
Juni 2008 An Bord einer Delta-II-Rakete hebt das Weltraumteleskop "GLAST" vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) ab. Das Hightech-Fernrohr soll gewaltige Explosionen im Weltraum erforschen. An dem 450-Millionen-Euro-Projekt beteiligt ist das Max-Planck- Institut in Garching.
Mai 2008 Nach einer 680 Millionen Kilometer langen Reise landet die US-Raumsonde "Phoenix" auf dem Mars. Mit einer Spezialkamera des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung an Bord suchte die Sonde auf unserem Nachbarplaneten nach Wasser und Spuren von Leben.
Februar 2008 Mit dem in Bremen gebauten Raumfahrtlabor "Columbus" und dem deutschen Astronauten Hans Schlegel an Bord startet die US-Weltraumfähre "Atlantis" zur Internationalen Raumstation ISS. Das Labor für Experimente zur Erforschung der Schwerelosigkeit wurde maßgeblich bei EADS Space Transportation entwickelt und kostete 880 Millionen Euro.
Juni 2007 Vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur wird der deutsche Satellit "TerraSAR-X" zur Erdbeobachtung auf seine Umlaufbahn gebracht. "TerraSAR-X" soll extrem scharfe Radarbilder der gesamten Erde liefern, die der Wissenschaft, dem Katastrophenschutz sowie kommerziellen Zwecken dienen. Das Projekt kostet 185 Millionen Euro.
Juli 2006 Mit der US-Raumfähre "Discovery" startet als erster deutscher Astronaut Thomas Reiter zur ISS. Reiter bleibt als erster Astronaut der ESA zu einem Langzeitbesuch 171 Tage im All.

Infografik
Eine Entdeckungstour durchs Sonnensystem: von seinem Zentralgestirn zu Kuipergürtel, Kometen und Oortscher Wolke
Schwerpunkt
Zwischen 406.740 und 356.410 Kilometer entfernt
Schwerpunkt
Besuch auf dem Roten Planeten: die Missionen
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06.12.2006, zuletzt aktualisiert am 13.08.2009 / dpa / afp / mp