Ein handlicher Assistent, der zum Beispiel Strichcodes lesen kann Video
Ein handlicher Assistent, der zum Beispiel Strichcodes lesen kann
Elektronische Hilfsmittel für Blinde
Blindenverbände an Entwicklung beteiligt
Blinde und Sehbehinderte können auf immer mehr elektronische Helfer zählen. Der portable Assistent "Milestone" zum Beispiel bietet jeden Tag rund 40 Zeitungen als Hörversion. "Milestone", eine Schweizer Erfindung, liest auch Strichcodes auf Lebensmitteln und informiert die Blinden so über Büchsen- oder Tüteninhalt. Auch als Radio und Organizer kommt das Handgerät zum Einsatz.
Einen normalen MP3-Player könne er nicht bedienen, sagt der Schweizer EDV-Experte Jürg Cathomas vom Blindenverband, der wegen einer Netzhautdegeneration nicht mehr sehen kann. Hier profitiert er von "Milestone", den Blindenorganisationen gemeinsam mit einem Unternehmen aus Schaffhausen entwickelt haben. Für Firmenvertreter Stephan Knecht liegt die Innovation darin, ein Hilfsmittel für gleich mehrere Alltagsbedürfnisse von Sehbehinderten geschaffen zu haben.

"Wer will schon Katzenfutter zum Nachtisch?"
Strichcodes liest die neueste Version des Geräts per Kameraaufsatz. Der Gang in die Vorratskammer wird dadurch einfacher: "Eine Büchse sieht aus wie die andere, wenn man es nicht erkennen kann", erklärt Cathomas. "Wer will schon Katzenfutter statt Fruchtsalat zum Nachtisch?" 450.000 Produkte sind in der "Milestone"-Datenbank gespeichert und werden mit Hilfe synthetischer Sprache akkustisch ausgegeben.

Zusätzliche Funktionen sind geplant. Als eines der weiteren Aufsteckgeräte soll zum Beispiel ein Farbleser Blinden künftig helfen, etwa ihre Kleider zu sortieren.

Blinde Informatiker schreiben Software für Blinden-GPS
Jürg Cathomas testet auch andere elektronische Assistenten, darunter einen GPS-Empfänger für Blinde, der seine Informationen über Bluetooth ans Mobiltelefon schickt. Das System orientiert über Distanzen, Hindernisse oder Fussgängerstreifen. Die Neuheit ist eine besondere Software, entwickelt von blinden Informatikern. Mit ihr lässt sich der Weg selbst einprogrammieren.

Schwerpunkt
Menschen mit Behinderung: das Sehen - Externe Sehhilfen, implantierte Chips und die Übersetzung der Schrift
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3. Juli 2009 / cc