Schnurlose Telefone und Handys sorgen für Elektrosmog
Die Ergebnisse sagen nichts darüber aus, wie Elektrosmog auf die Gesundheit wirkt
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Handys, ihre Basisstationen sowie Schnurlostelefone sind die Hauptverursacher von Elektrosmog, zeigen erste Ergebnisse der "Qualifex"-Studie der Uni Bern. W-Lan falle dagegen kaum ins Gewicht, so Studienleiter Martin Röösli: "Der Sender ist nicht so stark, weil er nur wenige Meter weit senden muss. Anders ist es beim Handy, das mehrere Kilometer weit senden muss." Die Ergebnisse sagten nichts, wie Elektrosmog auf die Gesundheit wirkt: Das soll die folgende Qualifex-Schlafstudie zeigen.
Zwar erreiche die Passiv-Exposition durch anderer Leute Mobiltelefone im Zug kurzzeitige Spitzen, aber, meint Röösli: "Die Spitzenwerte der Grafiken täuschen, denn sie werden ganz schnell erreicht. Schaut man die durchschnittliche Belastung im Zug an, ist sie deutlich tiefer. Die Situation zu Hause ist viel entscheidender, weil man gar nicht so lange im Zug sitzt, sondern viel länger zu Hause."
Studie: Handys ohne Einfluss auf akutes Wohlbefinden
Telefonie macht den Hauptteil des Elektrosmogs aus
Handy-Strahlen verursachen bei Kindern und Jugendlichen einer Münchner Studie zufolge keine Kopfschmerzen oder Einschlafstörungen. Ebenfalls keinen Zusammenhang fanden Wissenschaftler der Münchner Universität in ihrer Untersuchung zwischen der Funkstrahlung und anderen akuten Symptomen wie Gereiztheit, Nervosität, Schwindel, Müdigkeit, Angst oder Konzentrationsproblemen. Allerdings sei damit nicht auf eine völlige Unbedenklichkeit von Handys zu schließen. Die Wissenschaftler maßen bei 1524 Jugendlichen und 1498 Kindern 24 Stunden lang die Strahlenbelastung durch Handys, Funkstationen, W-Lan und schnurlose Festnetztelefone im Alltag.
Parallel dazu befragten sie sie zu ihrem aktuellen Befinden aber auch, wie sie sich im halben Jahr zuvor gefühlt hatten. Dabei zeigte sich kein Zusammenhang zwischen der tatsächlichen Strahlenbelastung und eventuellen Beschwerden. Dabei waren Teile der Minderjährigen durchaus skeptisch gegenüber der Strahlung: Ein Drittel gab an, sich über mögliche Belastungen Gedanken zu machen. Neun Prozent sagten sogar, sie fühlten sich beeinträchtigt.
Bei der Messung der individuellen Belastung zeigte sich zudem, dass die Minderjährigen meist nur einem Bruchteil der erlaubten Strahlungsdosis ausgesetzt waren. Im Schnitt betrug sie ein Fünfhundertstel des deutschen Grenzwertes. Tendenziell waren die Studienteilnehmer in größeren Orten dabei einer etwas höheren Strahlung ausgesetzt als die in kleinen Gemeinden.
Bundesamt rät weiterhin zur Vorsicht im Umgang mit Handys
Kurrzeitige Spitzenwerte während der Zugfahrt
Die Forscher wollen aus ihren Ergebnissen aber nicht auf eine Unbedenklichkeit von Handys und anderen Mobilfunkgeräten schließen. Man könne daraus keine Aussagen über Langzeitbelastungen treffen, betonten sie. Dazu seien Langzeitstudien nötig. Auch das Bundesamt für Strahlenschutz, in dessen Auftrag die Studie durchgeführt worden war, rät zur Vorsicht im Umgang mit drahtlosen Kommunikationsgeräten - insbesondere bei Kindern. "Wir wissen weiterhin nicht, welche Langzeitwirkungen elektromagnetische Felder des Mobilfunks auf Kinder und Jugendliche haben", erklärte ein Sprecher.
Ob die Strahlen von Mobilfunkgeräten beim Menschen Schaden anrichten, wird seit langem teils hochemotional diskutiert. Die Angst, dass sie langfristig Krebs verursachen könnten oder auch akute Symptome wie Kopfschmerzen oder ähnliches verursachen könnten, ist weit verbreitet.
In den vergangenen Jahren sind allerdings mehrere großangelegte Studien veröffentlicht worden, die keine Schäden durch die Strahlung nachweisen konnten. Allerdings ist die Aussagekraft dieser Studien über sehr langfristige Effekte eingeschränkt, da die Handytechnologie erst seit den 1990er Jahren weiter verbreitet ist.
Handystrahlung kann den Körper um wenige Grade erwärmen
Nicht nur hitzige Debatten am Telefon erwärmen den Körper
Die hochfrequente Strahlung von Handys, Computer- Funknetzen und anderen Kommunikationsgeräten wird auch vom Körper geschluckt. Dabei erwärmt sich das Gewebe. Die "spezifische Absorptionsrate" (SAR) gibt an, wie viel Strahlungsleistung ein Körper aufnimmt. Sie wird in Watt pro Kilogramm (W/kg) gemessen. Ein SAR-Wert von 4 W/kg erhöht laut Bundesamt für Strahlenschutz die Körpertemperatur innerhalb von 30 Minuten um etwa ein Grad Celsius. Bei Überschreiten dieses Schwellenwerts über einen längeren Zeitraum kann die Erwärmung gesundheitsschädlich sein.
Die EU hat deshalb einen Referenzwert für hochfrequente Strahlung aus Mobiltelefonen und anderen Kommunikationsgeräten festgelegt, auf den auch die deutschen Grenzwerte und Normen aufbauen. Für alle Geräte gilt ein SAR-Referenzwert von 0,08 W/kg, wobei kein einzelnes Körperteil mehr als 2 W/kg abbekommen darf.
Dies wird jeweils gemittelt über zehn Gramm Gewebe, die dann nicht mehr als 0,002 Watt absorbieren dürfen. Je nach Anwendung gilt bei W-Lan und Bluetooth die Ganzkörper-SAR von 0,08 W/kg und bei Funktelefonen die Körperteil-SAR von 2 W/kg für Kopf und Rumpf. Als strahlungsarm gilt ein Handy mit einem SAR-Wert von bis zu 0,6 W/kg.


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Streit um Elektrosmog: Sind die Auswirkungen real?


Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz hat die Strahlenwerte zusammengestellt:
Handys
Schnurlostelefone

Keinen Hinweis auf Krebsrisiko durch Handy gefunden
Handys strahlen in Deutschland und der Schweiz gleich
Internationale Studie gibt Entwarnung für Handy-Nutzer
Handystrahlung löst keine Gliom-Hirntumore aus
Internetseite warnt vor den Gefahren durch Handys
Handy-Hersteller geben Strahlung an
Holz gegen Handystrahlung
Strahlung bei neuen Handys unnötig hoch

11.02.2009 / mp mit Material von ap und dpa
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