Kalk in den Beinen erhöht das Risiko für Schlaganfall
Hans Joachim Trampisch fordert ein spezielles Screening bei Patienten ab 60
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"Die Patienten, bei denen die Arterienverkalkung vorliegt, haben etwa ein zweifach erhöhtes Risiko einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden", sagt Prof. Hans Joachim Trampisch von der Uni Bochum. "Bei Patienten, die Diabetes haben, ist das Risiko nur um das Anderthalbfache erhöht. Wenn aber beide Krankheiten vorliegen, steigt das Risiko um den Faktor Drei. Das Screening der Arterienverkalkung bei Patienten ab 60 oder 65 Jahren wäre ein extrem sinnvolles Instrument, um dieses Risiko sehr frühzeitig zu erkennen."
So ließe sich möglicherweise noch eingreifen, um tatsächlich Schlaganfälle und Herzinfarkte zu verhindern, so Trampisch. Eine Verkalkung der Beinarterien, die meist ohne Beschwerden auftritt, erhöht sich die Sterberate der Betroffenen dramatisch: Fünf Jahre nach Beginn der "getABI"-Studie ist jeder fünfte davon betroffene Patient verstorben - etwa doppelt so viele wie bei den Patienten mit normaler Durchblutung. Das Sterberisiko bei arterieller Verschlusskrankheit ist damit deutlich höher als bei Diabetes oder dem Metabolischem Syndrom.
Die Forscher untersuchten in mehr als 300 Hausarztpraxen
Die Verkalkung fällt Betroffenen oft erst gar nicht auf
Im Oktober 2001 haben die Mediziner insgesamt 6880 Patienten über 65 Jahre in 344 Hausarztpraxen untersucht und seitdem beobachtet. Mehr als jeder fünfte ältere Patient (21 Prozent) in der hausärztlichen Praxis ist von PAVK betroffen, oft ohne es zu wissen. Damit ist die Erkrankung fast so häufig wie ein Diabetes mellitus in dieser Altersgruppe (25,4 Prozent). Die Kombination beider Krankheiten kommt bei 7,5 Prozent der Patienten vor.
Laut den Ergebnissen in der "Deutschen Medizinischen Wochenschrift" waren 17,5 Prozent der PAVK-Patienten, 12,9 Prozent der Diabetespatienten sowie 28,2 Prozent der Patienten, die an beiden Krankheiten litten, verstorben (Ergebnisse in ). Ein Metabolisches Syndrom wurde bei 43,3 Prozent aller Patienten festgestellt. 13,4 Prozent der Erkrankten waren nach fünf Jahren verstorben.
Verschiedene Methoden, um die Krankheit zu erkennen
Mit Vergleich des Blutdrucks an Arm und Bein PAVK erkennen
Trampisch hat die "getABI"-Studie ("German epidemiological trial on ankle brachial index") geleitet und über fünf Jahre Patienten, die an der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) leiden, untersucht. Seit Jahren besteht eine wissenschaftliche Diskussion um die optimale Methode zur Identifikation von Patienten mit hohem kardiovaskulären Risiko. In der hausärztlichen Praxis werden beispielsweise Scores verwendet. Auf der Grundlage von Patienteneigenschaften beziehungsweise Messwerten wird das zukünftige individuelle Sterbe- oder Krankheitsrisiko berechnet. Alternativ werden Patienten mit diagnostizierten Diabetes mellitus konsequent der Hochrisikogruppe zugeordnet: Sie haben nach gängiger Einschätzung ein "koronares Äquivalent", das heißt, ihr Sterberisiko ist so hoch wie das von Patienten, die schon einen Herzinfarkt überlebt haben.
Auch das metabolische Syndrom, eine Kombination aus erhöhtem Blutdruck, Störungen des Fettstoffwechsels, Insulinresistenz mit und ohne manifestem Diabetes, oder Fettleibigkeit, wird oftmals als "tödliches Quartett" bezeichnet und kennzeichnet Hochrisikopatienten.
Durch den einfachen rechnerischen Vergleich des Blutdrucks an Arm und Bein lässt sich eine bestehende periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) der Beine erkennen. Selbst beschwerdefreie PAVK-Patienten sind hochgradig gefährdet, innerhalb weniger Jahre einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Die Studie bestätigt den Nutzen des Tests. Experten der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) fordern deshalb für ältere Menschen Reihenuntersuchungen. Die Ergebnisse und weitere aktuelle Aspekte von Gefäßerkrankungen und Bluthochdruck diskutieren sie im Rahmen einer Pressekonferenz heute in Berlin.


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Darius H et al (2008) Risiken der Koronaräquivalente Diabetes mellitus und Periphere Arterielle Verschlusskrankheit im Vergleich. Dtsch med Wochenschr 133: 2317-2322. DOI 10.1055/s-0028-1100921


Diehm C et al (2008) Ankle brachial index vs metabolic syndrome for risk prediction. Lancet 372: 1221-1222. DOI 10.1016/S0140-6736(08)61518-4

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06.02.2009 / jus mit Material des idw
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