Die gigantischen Wellen im Film sind nur 1,5 Meter hoch
In einem Studio in Malta können Regissseure Sturmfluten und Monsterwellen filmen
Der dramatische Schiffsuntergang entpuppt sich als Filmtrick
"Das ist einfach sehr realistisch und nicht ohne, wie einem die Wassermassen um die Ohren fliegen", sagt Schauspieler Christian Kahrmann über die Mediterranean-Filmstudios, in denen Regisseure Sturmfluten und Tsunamis nachstellen können. Zwei Becken liegen am Meer und haben eine flache Kante, über die ständig Wasser schwappt, so dass der Zuschauer sich bei der richtigen Kameraeinstellung auf offener See wähnt. Wellenmaschinen sorgen für 1,5 Meter hohe Wellen - oder auch nur Sprühnebel.
"Im Hintergrund stehen zwei große Flugzeugpropeller, die Wind mit bis zu 80 Kilometern pro Stunde erzeugen können", schildert Filmarchitekt Uwe Staninger. Für einen Film über den Untergang der Pamir spielen Puppen im Maßstab 1:6 die Besetzung auf dem gleichfalls verkleinerten Schiff. Das Unglück wurde von der ARD unter dem Titel "Der Untergang der Pamir" mit Jan Josef Liefers, Klaus J. Behrendt, Dietmar Bär und Herbert Knaup verfilmt.
1957 geriet die "Pamir" bei den Azoren in einen Hurrikan
Eine geschickte Anordnung simuliert eine Sturmflut
Am 21. September 1957 geriet die "Pamir" 600 Seemeilen südwestlich der Azoren in einen Hurrikan und sank. 80 Seeleute, darunter vor allem Auszubildende, kamen ums Leben. Nur sechs Mann konnten gerettet werden. Die Unglücksursache ist bis heute umstritten. Das Seeamt Lübeck schrieb die Schuld für das Kentern und den Untergang der Schiffsführung zu. Eine Hauptschuld habe darin gelegen, dass die Ladung von 4000 Tonnen Gerste als loses Schüttgut transportiert worden war und in der schweren See verrutschte. Außerdem sei die Segelfläche zu spät reduziert worden und Wasser durch unverschlossene Öffnungen in das Schiff gelangt.
Dieser Spruch wird seither kräftig kritisiert. Die Diskussion füllt inzwischen zahlreiche Bücher. So argumentierte der Anwalt, der die Reeder und die Stiftung vertreten hatte, der Rumpf sei durch die Gewalt des Wirbelsturms leck geschlagen.
Die Viermastbark "Pamir" wurde für die Hamburger Reederei Laeisz gebaut und lief 1905 vom Stapel. Der Segler gehörte zu den berühmten "Flying-P-Linern" und wurde auf Salpeterfahrten nach Nord-Chile eingesetzt. Anfang der 1930er Jahre verkaufte Laeisz das Schiff an einen finnischen Reeder. Nach weiteren Eigentümern wurde sie 1950 zum Abwracken verkauft, jedoch zusammen mit der "Passat" als deutsches Ausbildungsschiff angekauft. 1952 fand die erste Reise statt, 1954 übernahm die "Stiftung Pamir und Passat", ein Zusammenschluss mehrerer Reeder, die Schwesterschiffe.
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17.11.2008 / mp mit Material von ap
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