Organische Leuchtdioden fürs Fernsehbild ab 2009
OLEDs können Flachbildfernseher noch nicht aus den Wohnzimmern vertreiben
"Organische Leuchtdioden (OLED) sind eine völlig neue Art der Lichtquelle", sagt Dr. Armin Wedel vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung. "Wir stellen uns eine ganze Reihe neuer Anwendungen vor von einer einfachen Beleuchtung bis zum komplizierten Display." Die OLED-Technik erlaubt superdünne und energiesparende Bildschirme mit heller leuchtenden Farben als bei LCD- oder Plasma-Fernsehern. Sony verkauft seit 2007 in Japan die weltweit ersten OLED-Fernseher.
Das nur drei Millimeter dünne Gerät hat allerdings eine Bildschirmdiagonale von nur elf Zoll und kostet umgerechnet mehr als 1200 Euro. "Das wird noch einige Jahre dauern, bis diese OLED-Technik die LCD-Fernseher aus den deutschen Wohnzimmern vertreiben kann", sagt Sonys Marketing-Direktor Martin Winkler.
Die Kunststoffe brauchen eine Versiegelung, damit sie an der Luft nicht oxidieren, schildert Wedel: "Die Forschung steht vor der Herausforderung, neue hocheffiziente, temperaturstabile Materialien zu entwickeln und diese dann in die entsprechenden Anwendungen zu integrieren. Dazu zählen auch hocheffiziente Verkapselungsverfahren, damit unsere OLEDS möglichst lange leben."
Sony will 2009 in Europa OLED-Fernseher verkaufen
OLEDs sind instabile Farben aus dem Reagenzglas
Der japanische Elektronik-Konzern will einem Zeitungsbericht zufolge 2009 in Europa ultra-flache Fernseher mit der revolutionären OLED-Technik verkaufen. Sony bestätigte zwar, den Verkauf von Fernsehern mit organischen Leuchtdioden (OLED) in Europa zu erwägen, nannte jedoch kein Datum. Europa ist derzeit der weltgrößte Markt für Flachbildfernseher. Einige Experten sagen der Technik ein rasantes Wachstum voraus: Die Marktforscher von "DisplaySearch" gehen davon aus, dass schon 2012 drei Millionen Geräte verkauft werden nach 200.000 für 2009. Allerdings wäre dies noch immer ein Nischenplatz verglichen mit dem für 2012 erwarteten Absatz von 180 Millionen LCD-Fernsehern.
Sony arbeitet in einer Allianz mit Sharp und anderen japanischen Technologiefirmen in einem von der Regierung unterstützten Gemeinschaftsprojekt an der OLED-Entwicklung. Die Kooperationspartner wollen die kommerzielle Produktion von OLED-Bildschirmen mit einer Größe ab 40 Zoll zwischen 2015 und 2020 aufnehmen.
Auch der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck - der Weltmarktführer bei den in LCD-Bildschirmen eingesetzten Flüssigkristallen - investiert erhebliche Summen in die OLED-Technik. Merck geht aber davon aus, dass sie nur eine Ergänzung zur LCD-Technologie sein und diese nicht ersetzen wird. Auch Konkurrenten wie Samsung arbeiten an der OLED-Technik.
Brillant leuchtend, biegsam und transparent
Neues Forschungsprojekt für organische Leuchtdioden
Feine Lichter aus organischem Material im Reagenzglas
"Wie ein Lottogewinn, aber mit Geld nicht zu bezahlen"
Chaos herrscht auf der Autobahn leuchtender Moleküle
Extrem großer Aufwand für extrem kleine Leuchten
Der Chip von der Rolle

13.10.2008 / mp mit Material von reuters
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