Feuer in Steinkohlegruben gefährden Mensch und Klima
Seit Jahren, teilweise sogar Jahrzehnten brennt in Nordchina die Kohle in der Erde
In China brennt es an manchen Orten unter der Erde
"In China verbrennen jedes Jahr zehn Millionen Tonnen Kohle in Kohlefeuern", sagt Jörg Moczadlo von der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ). Es gehe also um Klimaschutz, wenn diese gelöscht werden. Seit Jahren, teilweise Jahrzehnten brennt in Nordchina die Kohle in der Erde. Manche Feuer sind nur wenige Meter unter der Oberfläche, andere 100, eines in 400 Metern Tiefe. Es brennt in sieben Provinzen mit unkalkulierbaren Gefahren für Mensch und Umwelt.
"Diese Brände brauchen unsere Ressourcen auf und setzen giftige Gase frei", weiß Brandbekämpfer Cai Zhongjong. Die Menschen in den betroffenen Gebieten haben Atemwegserkrankungen, Magen-Darmleiden und Krebs. Schwere Missbildungen bei Neugeborenen sind häufig.
Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid und Stickstoffdioxid
Nach und nach wird das Problem realisiert
Die brennenden Kohleflöze geben jährlich mehr als eine Million Tonnen giftiges Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid und Stickstoffdioxid in die Atmosphäre. Jahrzehntelang vernachlässigt, schenkte China dem Problem langsam in den 1980ern und eigentlich erst seit Mitte der 1990er Jahre mehr Aufmerksamkeit. "Früher sah China nicht die Notwendigkeit, die Feuer zu löschen, weil gedacht wurde, wir hätten genug Kohleressourcen", sagte Tan Yongjie, führender Ingenieur des Zentralamtes für Kohlegeologie. Erst nach dem Umweltgipfel 1992 in Rio de Janeiro seien die Feuer auch als Umweltproblem anerkannt worden. 1994 sei die Studie mit Finanzmitteln der Europäischen Union gestartet.
Ein Feuer zu löschen, dauert fünf Jahre und kostet zwischen 90 und 100 Millionen Yuan (10 Millionen Euro). Das Gebiet, in dem immer wieder Kohlebrände ausbrechen, ist 720 Quadratkilometer groß. Das Phänomen, dass Kohleadern sich entzünden, ist nicht neu und auch aus anderen Kohleländern wie Indien bekannt.
Der Bergbau löst 80 Prozent der Feuer in China aus
Feuer, das der Bergbau auslöst
Die Ursachen sind vielfach. Der Bergbau löst 80 Prozent der Feuer in China aus, vor allem kleine, oft illegal eingerichtete Gruben. Sie lassen auch Sauerstoff ein, wodurch selbst gelöschte Feuer wieder aufflammen. Aber auch Trockenheit, hohe Sonneneinstrahlung und Hitze entzünden auf natürliche Weise Kohleadern, die bis an die Oberfläche reichen. Es gibt mehrere Methoden zur Bekämpfung: Das Feuer mit Sand oder Lehm ersticken. Die brennende Kohle abschälen. Wasser in den Flöz leiten oder durch Bohrlöcher Schlamm pumpen, um den Sauerstoffzufluss zu stoppen.
"In einigen steinigen Orten in Xinjiang haben wir keinen Lehm und kein Wasser. Da können wir nur sprengen", sagte Tan Yongjie. Das geschehe in der Autonomen Region im Nordwesten, wo zwei Drittel der Kohlebrände Chinas seien. "Oder die Arbeiter müssen die Erde in Lastwagen mancherorts aus 20 Kilometern Entfernung heran fahren."
USA und China erwarten Anstieg von Treibhausgasen
Mehr Kohlendioxid-Ausstoß "dank" China und Indien
Ausstoß von Treibhausgasen steigt weiter drastisch an
Torfwaldbrände verstärken die globale Erwärmung
Archäbakterien helfen Wüsten bei der Ausdehnung
Salpetersäure fördert Treibhauseffekt
Metropolen machen Regen
Natürliche Faktoren bisher unterschätzt
Einfluss von Meeressalz auf globales Klima entdeckt
Treibhauseffekt durch kosmische Strahlung?
Treibhaus-Effekt: Die Sonne ist schuld
Treibhausgase, Klima und Luftdruck
Dänische Kühe sollen weniger rülpsen und pupsen
Kohlendioxid und Treibhaus-Effekt
Wasserdampf ist Treibhausgas Nr. 1
Ursachen der globalen Erwärmung
Wasserdampf bei Erderwärmung bedeutend
Aerosole beeinflussen das Klima
Das Waschmittel der Atmosphäre

26.09.2008 / mp mit Material von dpa
zurück Seitenanfang Druckversion Artikel versenden 3sat / nano [E-Mail]