Polyphenole sollen die Schokolade gesünder machen
Sie beeinflussen das Herz-Kreislauf-System und wirken gegen die Hautalterung
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Forscher eines Schokoladenherstellers arbeiten daran, den Anteil der Polyphenole in Schokolade zu erhöhen. "Die Forschung hat gezeigt, dass diese Wirkstoffe einen sehr hohen antioxidativen Effekt haben", sagt Herwig Bernaert, Lebensmittelchemiker bei Barry-Callebaut. "Sie beeinflussen das Herz-Kreislauf-System, die Wahrnehmung und wirken gegen Hautalterung. Einige Studien zeigen sogar Ansätze im Kampf gegen Krebs." Kakaopulver enthält die meisten Polyphenole, gefolgt von dunkler Schokolade.
Milch-Schokolade bringt es nicht weit, und wer weiße Schokolade bevorzugt, verzichtet auf die nutzbringenden Phytochemikalien ganz. Dunkle Schokolade hat den achtfachen Gehalt der Stoffe wie Erdbeeren. Allerdings ist sie auch mit unnötigen Kalorien befrachtet. Ein kleiner Riegel Schokolade hat mehr als 200 Kalorien, bis zu 50 Prozent von Fett.
Zubereitung soll Polyphenole bewahren
Carl Keen von der Universität von Kalifornien in Davis wies streng wissenschaftlich nach, dass Kakao die Produktion von Blutplättchen (Thrombozyten) bremst. Thrombozyten können Blutpfropfen bilden und zum Herzinfarkt und Schlaganfall führen. Keen entnahm bei den Teilnehmern seiner Studie Blut, vor und zwei sowie sechs Stunden nach dem sie ein Kakao-Getränk zu sich genommen hatten. Mit Verfahren wie der Fluss-Zytometrie und über monoklonale Antikörper war der Effekt des Kakaos bis zuletzt zu beobachten. Verschiedene im Kakao gefundene Flavanoide entspannen die Gefäßwände: Sie wirken jenem gefährlichen Prozess entgegen, der die Blutgefäße verhärtet und letztlich zum Infarkt führen kann.
Kakao scheint auch antioxidativ zu wirken. Versuche im Reagenzglas ergaben, dass Katechine, eine Gruppe seiner pflanzlichen Bestandteile, die Oxidation von Lipiden ähnlich wie Tee unterdrücken. Kakao bremst die Bildung des schlechten Cholesterins "Low Density Lipoprotein" (LDL) und könnte über diesen Prozess gut für das Herz sein.
Werbung nur mit dem Geschmack
"Man kann mit Slogans werben, solange man keine heilende oder vorbeugende Wirkung für Krankheiten anpreist", weiß Bernaert. "Das ist bei Lebensmitteln nicht erlaubt. Wenn es allerdings genügend wissenschaftliche Beweise für eine bestimmte heilsame Wirkung gibt, lässt eine ganze Menge machen. Aber Sie dürfen den Konsumenten nicht irreleiten. Ohne wissenschaftlich fundierte, klinische Studien dürfen sie nicht mit bestimmten Behauptungen werben."
Für Hunde kann das süße Gift sogar den Tod bedeuten: Das in Schokolade und anderen Kakaoprodukten enthaltene Theobromin - ein dem Koffein ähnlicher Stoff - ist für Hunde und andere Tiere gefährlich. Menschen kann das glücklicherweise nichts anhaben.
Briten, Schweizer und Belgier sind die größten Schokofans
Vor allem Briten mögen es süß
Vor allem Briten, Schweizer und Belgier können Schokolade nur schwer widerstehen. Fast jeder zweite Brite (46 Prozent) isst mehrmals pro Woche Schokolade, wie aus einer Studie des Schweizer Herstellers Barry-Callebaut hervorgeht. Bei den Schweizern verzehren demnach 45 Prozent der Befragten mehrere Male wöchentlich die kalorienreiche Süßigkeit, bei den Belgiern sind es 43 Prozent. Dabei werden die Geschmäcker immer anspruchsvoller: Die meisten Gourmets bevorzugen inzwischen Schokolade, die aus Kakaobohnen aus ein und derselben Region komponiert wurde.
In Deutschland gaben der Studie zufolge 40 Prozent der Befragten an, in 2008 eine solche Premiumsorte probiert zu haben. Immer größerer Beliebtheit erfreuen sich der Studie zufolge auch fair gehandelte und Bio-Schokolade. Die Schweizer Produzenten haben 2007 mehr als 180. 000 Tonnen Schokolade hergestellt, das waren nach Angaben des Industrieverbands Chocosuisse fast acht Prozent mehr als 2006. Auch nach Deutschland werde immer mehr Schokolade exportiert.


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15.09.2008 / mp mit Material von dpa und afp
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