Devote Technik
"Gestatten, Justin, Ihr persönlicher Butler": ein Roboter bringt den Tee
Justin dient, ohne dabei ins Grübeln zu kommen
Der Roboter sieht die Welt ohne sie zu verstehen
Justin kann reden, Besucher begrüßen und Tee bringen - und er ist ein Roboter, entwickelt von Dr. Christoph Borst vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Aber "er weiß nicht, was passiert".
"Er hat zwei Kameras im Kopf, mit denen er ein Bild von der Situation bekommt, aber er kann sie nicht interpretieren. Wir wollen auch gar nicht, dass er selbstständig über eine Situation nachdenkt und dann eigenständig etwas tut."
Sensoren und Kameras erfassen die Roboterumgebung in 3D und erlauben, selbstständig vorgegebene Aufgaben zu erfüllen: als Robonaut im Weltraum, als Assistent in der Produktion oder als "Hilfskraft" für Bettlägerige und Behinderte.
Hightech-Sensoren stecken auch in "James", dem ersten virtuellen Butler. James hört auf Wärme-, Licht- und Bewegungssensoren und meldet sich per E-Mail, SMS oder mit einer "Voice Message", wenn was falsch läuft. Ihm kann man fernmündlich Befehle erreichen. Arnold von der Uni Bochum kann rollen und er hat einen Arm, den er nur sehr bedächtig bewegen kann, mit dem er aber auch Gegenstände halten kann. Arnold nimmt per Kommando gegebene Aufträge entgegen und entscheidet mit Hilfe seiner Kameras selbstständig, wie er sie ausführt.
"Samurai II" des Zürcher Robotikers Prof. Rolf Pfeifer kann sich dank seiner Sensoren im Raum bewegen und Hindernissen ausweichen. Mit seinem 360-Grad Kameraauge unterscheidet er groß und klein, Formen und Farben. Der "Eyebot Melissa" organisiert seine lichtempfindlichen Sensoren wie ein Insektenauge. Die Form vereinfacht es ihm, die Distanz zur Lichtquelle konstant zu halten. Er soll - nach dem Vorbild der Biene - mit Sensoren lernen, Ziele im dreidimensionalen Raum anzusteuern.
Die Entwickler am DLR arbeiten auch an Robotersystemen, die minimal-invasive Eingriffe erlauben. Der Chirurg kann über eine Handsteuerung Bewegung auf den nachgiebigen Roboterarm übertragen. Laut einer Mitteilung des DLR könne man sich über Roboter vorstellen, Lasereinheiten zu führen, Knochengewebe zu trennen oder Löcher für Knochenschrauben zu setzen. Per Telematik könnte so ein Chirurg auf der Erde per "Fernsteuerung" eine Eingriff an einem Astronauten im Weltraum durchführen.
Schwerpunkt
Künstliche Menschen
zu Lande
zu Wasser
in der Luft
im Weltraum
beim Fußball
am Bau und in der Fabrik
mehr zum Thema
Robotermodel HRP-4C läuft in Tokio über den Catwalk
Roboter, die Gefühle zeigen und auch selbständig lernen
Lernfähigkeit von Robotern soll der Neurologie dienen
Ein Roboter lernt ganz alleine, korrekt bergauf zu gehen
Roboter sollen das Leben der Menschen vereinfachen
30.08.2000, zuletzt aktualisiert am 14.01.2010 / mp mit Material des DLR