Intelligente Agenten organisieren sich und ihr Lagerhaus
Die Roboterschwärme organisieren sich dabei über einen Steuerungscomputer
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"Roboter ersetzen Arbeit, die nicht sehr toll ist", meint der Roboteringenieur Raffaello D'Andrea von der Eidgenössisch-Technischen Hochschule Zürich. "Viel von dem ist repetitive Arbeit. Wenn wir die Menschen davon befreien können, ist es etwas Gutes." Ein großes Online-Versandhaus in den USA lässt seine Roboter bereits die Lagerarbeit machen. Die Roboterschwärme organisieren sich dabei selbst über den Steuerungscomputer, dem Sensoren fortwährend die Position der künstlichen Agenten melden.
"In diesem Warenhaus gibt es 500 Roboter, die 24 Stunden und 7 Tage arbeiten. Sie entscheiden selbst und sie wissen was sie tun", sagt D'Andrea. "Sie führen dieselben Handlungen immer wieder ohne Pannen aus." 40 Prozent effizienter soll das Lager so arbeiten.
D'Andrea hat auch Drohnen entwickelt, die kommunizieren und ihren Formationsflug steuern, und einen Roboterstuhl, der sich selbst wieder zusammenbauen kann. Auch seine Drohnen sollen nach Menschen suchen können, die sich beispielsweise in den Bergen verirrt haben.
Die Militärdrohnen erobern auch den zivilen Luftraum
Starte mit Gummiband, den Rest macht der Akku
Winzige Flugmaschinen, die "Drohnen", lassen ihre militärtechnische Vergangenheit hinter sich und dringen ins Zivilleben vor: "Wir können die Drohnen als Feuermelder über Wäldern nutzen", sgat Shmuel Falik von "Israel Aerospace Industries". "Wir haben Sensoren entwickelt, die Hitze bereits erkennen können, wenn das Feuer noch gar nicht ausgebrochen ist. Diese können Hitzeherde identifizieren, die sich im Untergrund befinden. So haben wir sehr früh die Koordinaten und können die Feuerwehr dorthin schicken."
Die Universität Dortmund testet Drohnen, die verfolgen sollen, wohin sich bei einem Brand Giftwolken bewegen. "Wir können Drohnen einsetzen, um Grenzen, Häfen, Gewässer und Gebiete zu überwachen, die man sonst nur schwer erreichen kann", schildert Falik. So wurde auch "Skylight B" ursprünglich für das Militär entwickelt, hilft aber jetzt bei der Früherkennung von Waldbränden. Der Pilot steuert und landet "Skylight B" vom Boden aus. Die Batterien versorgen den Elektromotor für 3,5 Stunden mit Energie.
"Alles ist möglich, egal, welche Sensoren die Wissenschaft entwickelt", meint Falik. US-Forscher verfolgen die Ozonschicht am äußersten Rand der Atmosphäre per Drohnen. Israels Polizisten haben nach eigenem Bekunden gute Erfahrungen mit Drohnen gemacht, die den Verkehr überwachen und Kriminalität bekämpfen. Drohnen sind unauffälliger als Streifenwagen, Hubschrauber oder Flugzeuge und wesentlich billiger. Zumindest in Israel fragt kaum jemand nach Datenschutz bei der Überwachung aus der Luft.
"Die Seite, die hoch entwickelte Technik einsetzt und deshalb Roboter und nicht Menschenleben verliert, macht sich natürlich weniger Gedanken über Opfer", meint der israelische Rechtswissenschaftler Daniel Reisner. "Mit Drohnen und ferngesteuerten Waffen verschwindet der Unterschied zwischen dem echten Leben und einem Videospiel nahezu."
"Drohnen eignen sich für ungewöhnliche Blickwinkel"
Peter Mora macht ungewöhnliche Bilder
Frank Weihs ist einer der ersten Zivilisten, der sich privat eine Militärdrohne gekauft hat. Er nutzt sie, um Luftbilder zu schießen. Die Drohne eignet sich ideal, um ungewöhnliche Blickwinkel zu erreichen, findet Weihs. "Die Idee mit der Mikrodrohne kam, als ich mit einem Berufssoldaten gesprochen habe", erinnert sich Weihs. "Dieser sagte, seine Nachbarabteilung arbeitet mit so einem Quadrocopter. Schau dir doch einmal die Internetseite von dem Hersteller an." Inzwischen interessieren sich auch Werbeagenturen für die Drohnenfotografie, aber auch Wissenschaftler, Geologen und Geografen.
"Drohnen mit einer Videokamera kann man einsetzen, um digitale Geländemodelle zu erstellen und Volumenberechnungen durchzuführen", sagt der Geograph Hinrich Paulsen. "Das ist beim Gletschermonitoring, für Massenbewegungen und Ähnliches interessant. Andererseits kann man Luftqualitätssensoren einsetzen, die man an Stellen transportieren kann, wo man sonst normalerweise nicht hinkommen könnte."
Drohnen gehören in vielen Ländern längst zum Arsenal der Streitkräfte. Die unbemannten Fluggeräte "Unmanned Aerial Vehicles" (UAV) können unterschiedliche militärische Aufgaben übernehmen. Das Spektrum reicht von der Überwachung von Konfliktgebieten über die taktische Aufklärung bis zur Erfassung und Zerstörung gegnerischer Ziele.
Als Aufklärer sind Drohnen seit langem im Einsatz. Beispielsweise über dem Irak, wo mit Spezialkameras ausgerüstete Predator-Fluggeräte irakische Truppenbewegungen und Objekte erkunden. Einer größeren deutschen Öffentlichkeit wurden Drohnen erstmals durch Berichte aus dem Kosovo bekannt, in dem die Bundeswehr kleine Aufklärer des CL-289 einsetzte.


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Künstliche Menschen:
zu Lande
zu Wasser
in der Luft
im Weltraum
beim Fußball
am Bau und in der Fabrik

Mini-Drohne im Modellbau
Fliegendes Auge
Das Schlüsselloch im Himmel
Winzige Roboterflüge klären unbekanntes Gelände auf
Mikrodrohne erkundet Brände, Schlösser und Brücken

29.05.2008, zuletzt aktualisiert am 01.04.2009 / db, mit Material von dpa, mp
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