Vertrauen erschließt den Seeadlern neuen Lebensraum
2007 lebten in der Bundesrepublik 575 Paare des fast ausgerotteten Greifvogels
Der Bestand der Seeadler beginnt sich zu erholen - auch, weil er allmählich Zutrauen zum Menschen gewinnt und sich so neue Lebensräume erschließt, glaubt Dr. Peter Wernicke von der Universität Greifswald. 2007 lebten in der Bundesrepublik 575 Paare des vor 100 Jahren fast ausgerotteten Greifvogels, sagte der Schweriner Seeadler-Betreuer Peter Hauff. Hauff erfasst die Seeadler und ihre Bruterfolge landes- und bundesweit. So viele Seeadler wie heute gab es in Deutschland wohl noch nie.
Mecklenburg-Vorpommern ist mit 247 Brutpaaren das an Seeadlern reichste Bundesland. "In diesem Jahr wurden 203 Jungadler aufgezogen, ein bis zwei je Paar mit Bruterfolg", sagte Hauff. Dass es den Seeadlern so gut gehe, habe denselben Grund wie das Anwachsen der Kormoranbestände, sagte Hauff: "Nahrung, insbesondere Fisch, gibt es in Hülle und Fülle."
Beide Arten lebten vor allem von Weißfischen, die nicht auf der Fangliste der Fischer stünden. Vor einem Jahrhundert gab es Hauff zufolge in Deutschland noch 15 bis 20 Seeadler-Paare, denen mit Fallen und Gewehren nachgestellt wurde. Mitte des 20. Jahrhunderts hätten in Deutschland wieder rund 100 Paare gelebt.
Mit dem gleichzeitigen Verbot des Pflanzenschutzmittels DDT in Ost und West vor mehr als 30 Jahren sei es dann spürbar aufwärts gegangen, sagte Hauff. Das Gift hatte die Bruterfolge verringert, weil es die Eier dünnschalig machte.
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23.05.2008 / mp mit Material von dpa
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