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Im Gegensatz zu vorher sind keine Kieselalgen gewachsen
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Forschen in der Antarktis
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In vorhergehenden Versuchen hatte demnach vor allem das Wachstum von Kieselalgen angeregt werden können, die - durch eine harte Silikatschale vor dem Fressen geschützt - nach der Blüte zum Grund hinabsinken und so das Kohlendioxid dort binden. Beim jüngsten Experiment aber hätten Kieselalgen nicht wachsen können, da vorherige natürliche Blüten im Untersuchungsgebiet die für das Wachstum benötigte Kieselsäure bereits aufgezehrt hatten. Demnach ist ein "Hauptergebnis", dass eine Eisendüngung in der subantarktischen Zone zwar das Wachstum anderer Kleinalgen stimulieren, diese aber mangels "Fraßschutzes" keine so großen Blüten bilden und daher auch nicht so viel Kohlendioxid binden können wie Kieselalgen.
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Die Polarstern war am 27. Januar 2009 in Chile gestartet
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Das umstrittene deutsch-indische Experiment zur Eisendüngung in der Antarktis war am 27. Januar 2009 gestartet. Wie das federführende Awi in Bremerhaven mitteilte, wurde zunächst eine Treibboje mit Peilsendern ausgebracht. Anschließend sei in zwei Tanks Eisensulfat mit Meerwasser gemischt worden. Am Mittag sei diese Lösung ausgebracht worden. Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) hatte sich am 26. Januar 2009 entschieden, das Experiment durchzuführen.
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Im Januar 2009 hatte das Experiment zu Diskussionen geführt
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Die Düngung im Meer wurde vielfach kristisiert
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Kritiker glaubten, das deutsch-indische Projekt gefährde die antarktische Umwelt. Mehrere Gutachten stützen diese Befürchtungen laut Forschungsministerium jedoch nicht. "Nach Auswertung der mir vorliegenden Gutachten bin ich davon überzeugt, dass es keine naturwissenschaftlichen und rechtlichen Bedenken gegen das deutsch-indische Meeresforschungsexperiment Lohafex gibt", hatte Schavan mitgeteilt. Das federführende Alfred-Wegener-Institut (Awi) hatte den Beginn des Experiments vom Votum der Ministerin abhängig gemacht. Der "British Antarctic Survey" und das Kieler IFM-Geomar hatten die ökologischen Auswirkungen bewertet, das Heidelberger Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht sowie die Universität Kiel hatten die Vereinbarkeit mit den einschlägigen Konventionen geprüft.
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Institut lehnt selbst eine großflächige Düngung des Meers ab
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Die Wirkungen auf das Plankton sind unklar © Richard Crawford, Alfred-Wegener-Institut
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Bei dem Experiment geht es laut Awi um die Auswirkungen des Eisens auf die Zusammensetzung des Planktons, aber auch um die Frage, ob sich die Eisendüngung zur Kohlendioxid-Reduktion eignet und welche ökologischen Folgewirkungen dies hätte. Kritiker befürchten, dass eine künftige großflächige Eisendüngung zur billigen Entsorgung des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) dienen soll. Das Awi lehnt nach eigenen Angaben allerdings eine großflächige Eisendüngung mit dem Ziel des CO2-Abbaus zur Klimaregulierung nach dem jetzigen Stand des Wissens ab. Unklar sei auch, in welchen Ozeantiefen der Kohlenstoff verbleibe und ob er wieder an die Atmosphäre abgegeben werde.
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Die Operation "Eisenex" testete auch den Eisendünger
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Die Düngung der Ozeane mit Eisensulfat könnte die schlimmsten Auswirkungen einer Klima-Katastrophe verhindern. Ob dies nur eine kühne These oder berechtigte Hoffnung ist, sollte die Operation "Eisenex" des Alfred-Wegener-Instituts Bremerhaven ab Ende Oktober 2000 in einer sechswöchigen Forschungs-Expedition herausfinden. Insgesamt waren sechsundfünfzig Physiker, Chemiker und Biologen aus Deutschland, den Niederlanden, England, Japan, Spanien und den USA am Projekt beteiligt. Finanziert wurde es teilweise durch die Europäischen Union.
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16 Tonnen Eisensulfat sollten im Meer für Wachstum sorgen
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Die Pflanzen sollen Kohlendioxid binden
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An Bord befanden sich sechzehn Tonnen Eisensulfat, die einen Teil des fast unbelebten Ozeans zum Leben erwecken sollen. Dass eine solche Düngung mit Eisensulfat zu einem Plankton-Wachstum führen wird, galt aus früheren Versuchen als gesichert. Fraglich war nur, ob diese Algen wirklich Speicher für unser Kohlendioxid sein können. Die Ergebnisse einer vergleichbaren Polarmeer-Expedition neuseeländischer Forscher gaben eher Anlass zur Skepsis. Größte Hoffnungsträger sind Kieselalgen. Sie sind die besten CO2-Speicher unter dem pflanzlichen Plankton und vermehren sich stark. Doch selbst wenn diese Algen wie erhofft mit dem Kohlendioxid in die Tiefe des Ozeans sinken, so gab es noch keine Klarheit über die mit solch einer Düngung verbundenen Nebenwirkungen. Dazu waren weitergehende Untersuchungen des gesamten Ökosystems nötig.
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Das Meer soll Kohlendioxid aufnehmen und speichern
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Die Wirkung der Eisendüngung beobachten und analysieren
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Eine weitere Konsequenz der Eisendüngung ist die verstärkte Aufnahme des Kohlendioxids durch das Meer. Planktonalgen wachsen, indem sie im Wasser gelöstes Kohlendioxid mit Hilfe von Sonnenlicht zu Biomasse umwandeln. Dadurch entsteht ein Defizit im Kohlendioxid-Gehalt des Oberflächen-Wassers, das durch Aufnahme aus der Atmosphäre wieder ausgeglichen wird. Regt man das Planktonwachstum durch Eisendüngung an, wachsen mehr Algen, und das Meer nimmt mehr Kohlendioxid auf. Ein Absinken der Algen zum Meeresboden bewirkt, dass das aufgenommene Kohlendioxid im Meer verbleibt. Werden dagegen die Algen im Oberflächen-Wasser durch Planktontierchen und Bakterien wieder zu Kohlendioxid abgebaut und dieses an die Atmosphäre abgegeben, gibt es keine "Kohlendioxid-Speicherung". Das Schicksal der durch die Düngung erzeugten Algenbiomasse ist somit entscheidend für die Wirkung auf den Kohlendioxid-Haushalt.
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 Zum Thema sprachen wir mit Douglas Wallace, Meereschemiker Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-Geomar) in Kiel |  |
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